Pressespiegel
„Wir bieten GFI nun kurze Schulungen an, die auf ihre operative Praxis zugeschnitten sind.“
19. Oktober 2025
Das ISFB und SPHERE schließen sich zusammen, um unabhängigen Vermögensverwaltern kurze, zielgerichtete und direkt in ihrem Berufsalltag anwendbare Schulungen anzubieten. Diese Partnerschaft markiert einen neuen Schritt in der Strategie des ISFB, das seinen Aktionsradius erweitert und sein Engagement gegenüber den wichtigsten Akteuren des Finanzplatzes Westschweiz verstärkt, mit dem gleichen Ziel: sie bei der Weiterentwicklung ihrer Kompetenzen zu begleiten.
Welcher Logik folgt die kürzlich angekündigte Zusammenarbeit zwischen dem ISFB und Sphere?
Die ISFB ist ein Berufsverband, der sich ausschliesslich dem Bank- und Finanzsektor in der Westschweiz widmet. Seit fast vierzig Jahren begleiten wir die Kompetenzentwicklung einer Vielzahl von Finanzinstituten, zu denen wir im Laufe der Zeit echte Vertrauensbeziehungen aufgebaut haben. Das ISFB und SPHERE verfolgen das gemeinsame Ziel, unabhängige Vermögensverwalter bei der Weiterentwicklung ihrer Kompetenzen zu unterstützen, damit sie sich besser an ein immer komplexer werdendes Umfeld anpassen können. Das ISFB verpflichtet sich gegenüber SPHERE, unabhängigen Vermögensverwaltern ein spezifisches, kurzes und pragmatisches Weiterbildungsprogramm anzubieten, das die bestehenden Angebote ergänzt.
Welche strategische Ausrichtung wollten Sie dem ISFB in den letzten Jahren geben?
Anfang 2023 haben wir das Institut neu positioniert, um es zu einem wichtigen Akteur für die Förderung von Kompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit im Bank- und Finanzwesen zu machen. Damit stehen wir im Dienst der Mitgliedsinstitutionen des ISFB oder von Fachleuten, die sich in ihrer Laufbahn weiterentwickeln oder neu orientieren möchten. Konkret hat dies zu einer Neugestaltung unseres Angebots, einer Stärkung unserer akademischen und institutionellen Partnerschaften und einer bewussten Öffnung für neue Berufe in diesem Sektor geführt.
Was waren die wichtigsten Entwicklungen für das ISFB, seit Sie die Leitung übernommen haben?
Zu den wichtigsten Entwicklungen zählt für mich zunächst die strategische Neupositionierung, die das ISFB im Jahr 2023 vorgenommen hat. Sie führte zur Einführung neuer Fachausbildungen: Risikomanagement und interne Kontrolle, Datenmanagement, Stabs- und Supportfunktionen, Risikomanagement für Verwaltungsräte sowie Management und Anpassungsfähigkeit. Außerdem haben wir ein umfassendes Angebot an HR-Dienstleistungen für kleinere Unternehmen strukturiert: Verwaltung von Weiterbildungsanträgen, Assessment, Coaching, Kompetenzbilanzen, Outplacement und Personalbeschaffung.
Ein weiterer wichtiger Fortschritt ist die Einrichtung eines wissenschaftlichen Ausschusses, der sich aus Programmdirektorinnen und -direktoren zusammensetzt, die alle über langjährige Führungserfahrung in Finanzinstituten verfügen. Dank ihrer direkten Kenntnisse der Praxis können wir unser Angebot kontinuierlich und sehr zielgerichtet anpassen.
Schließlich haben wir unsere Prozesse und Management-Tools konsolidiert, um den Branchenstandards für Weiterbildung gerecht zu werden, insbesondere EduQua:2021, ISO und SAQ.
Was sind Ihrer Meinung nach heute die großen Herausforderungen für die Ausbildung im Finanzsektor?
Im Bereich des Kompetenzmanagements sieht sich der Finanzsektor mit einer dreifachen Belastung konfrontiert: regulatorischer, technologischer und generationsbedingter Art. Diese Umwälzungen erfordern eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Kompetenzen, eine Stärkung der Soft Skills sowie die Fähigkeit, sich ständig neu zu erfinden. Weiterbildung war schon immer ein strategischer Wettbewerbsfaktor und wird dies auch bleiben, doch heute gewinnt sie noch mehr an Bedeutung.
Wie hat die ISFB ihr Angebot strukturiert, um sich an die neuen Bedürfnisse des Marktes anzupassen?
Es wurde um vier Schwerpunkte herum strukturiert. Erstens die Weiterbildung, die zum Erwerb eines Spezialisierungsabschlusses führt. Zweitens die Vorbereitung auf schweizerische und internationale Zertifizierungen, insbesondere SAQ, das zum Marktstandard im Beratungsbereich geworden ist. Drittens die Unterstützung der Karriereentwicklung und des Talentmanagements. Und viertens die Ausstrahlung des beruflichen Netzwerks durch die Organisation von Konferenzen und die Durchführung von Umfragen.
Dank dieser integrierten Logik können wir sowohl den Bedürfnissen der Institute als auch denen der Menschen gerecht werden. Wir kombinieren interbankübergreifende und maßgeschneiderte Schulungen, Präsenz- und Fernunterricht sowie technische und verhaltensbezogene Ansätze. Unser Mehrwert? Eine genaue Analyse des Marktes, eine schnelle Anpassungsfähigkeit und eine permanente Nähe zu unseren Mitgliedern.
Warum dieses besondere Interesse an unabhängigen Vermögensverwaltern?
Seit 2025 hat die ISFB ihren Tätigkeitsbereich erweitert und bietet nun auch unabhängigen Vermögensverwaltern die Möglichkeit, dem Verband beizutreten. Wir möchten damit die Vielfalt der Akteure widerspiegeln, die den Finanzplatz der Romandie ausmachen. Dieses Interesse ist Teil unserer erweiterten Mission, dem Banken- und Finanzökosystem zu dienen. Die ISFB bietet ihnen seit langem Zertifizierungen für hochrangige Spezialisierungen an, seit kurzem auch maßgeschneiderte HR-Unterstützung, um Talente zu gewinnen und zu binden, und nun auch privilegierten Zugang zu kurzen, in ihrer operativen Praxis verankerten Schulungen im Rahmen der Partnerschaft zwischen SPHERE und ISFB.
Wenn Sie eine Kompetenzbilanz erstellen müssten, wie würde diese aussehen?
Wir haben nicht die Absicht, diese Bilanz an ihrer Stelle zu ziehen. Die Führungskräfte wissen besser als jeder andere, wo sie stehen und was sie brauchen. Unsere Aufgabe besteht vielmehr darin, sie bei ihren eigenen Überlegungen zum Thema Kompetenzentwicklung innerhalb ihrer Organisation zu begleiten. Dazu stellen wir ihnen Methoden und einen externen Blick zur Verfügung, die auf umfassenden Kenntnissen der Praktiken anderer Akteure der Branche, zahlreichen HR-Tools sowie einem sehr umfangreichen Netzwerk von Fachleuten basieren. Wir helfen ihnen dabei, Entwicklungsachsen zu identifizieren, ohne dabei eine vorschreibende Haltung einzunehmen.
Was sind ihre spezifischen Bedürfnisse, basierend auf dem Feedback, das Sie erhalten haben?
Der Austausch mit unabhängigen Vermögensverwaltern zeigt ganz konkrete Bedürfnisse auf. Sie möchten in einem komplexen regulatorischen Umfeld auf dem Laufenden bleiben, ihre Entwicklung strukturieren, ohne ihre unternehmerische Flexibilität aufzugeben, und gleichzeitig die Kontrolle über ihre Kosten behalten. Sie erwähnen auch häufig das Bedürfnis, sich mit ihren Kollegen auszutauschen und Zugang zu gezielten, kurzen und sofort nutzbaren Unterstützungsformaten zu haben.
Wo möchten Sie die ISFB langfristig hinführen?
Langfristig wünsche ich mir, dass die ISFB ihre Mission als Kollektivmarke im Dienste des gesamten Bank- und Finanzsektors in der Westschweiz voll und ganz erfüllt. Wir werden uns daher weiterhin für eine strukturierte, anerkannte und wirklich auf die Bedürfnisse der Praxis abgestimmte Kompetenzentwicklung einsetzen. Wir müssen weiterhin innovativ sein, unsere Rolle als Katalysator zwischen Institutionen, Experten und Talenten stärken und einen anspruchsvollen Ansatz vertreten, der auf lokaler Verankerung, Schweizer Qualität und Nähe basiert. Das ISFB soll mehr als nur ein Institut sein: Es soll ein verlässlicher Maßstab für Kompetenzen, ein Beschleuniger für berufliche Laufbahnen und ein strategischer Akteur innerhalb des Finanzökosystems der Westschweiz sein, in Synergie mit den Wirtschaftsverbänden, den Universitäten und Hochschulen der Westschweiz sowie den öffentlichen Partnern.
Mathias Baitan
Hochschule für Bankwesen
Mathias Baitan leitet die ISFB seit Ende 2022. Zuvor war er über 20 Jahre lang für die BCGE als HR-Manager, Stabschef des CEO und Verwaltungsleiter tätig, parallel dazu als Dozent an der Haute Ecole de Gestion de Genève. Er hat einen Doktortitel in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Genf, einen Master in Betriebswirtschaft, einen Bachelor of Science in Psychologie sowie das eidgenössische Diplom als Personalchef.
