Ausstrahlung des Netzwerks
Maryse Gabbay und Christophe Nicod verstärken das ISFB im Bereich Weiterbildung und Zertifizierungen im Bank- und Finanzwesen
31. Oktober 2024
Maryse Gabbay und Christophe Nicod treten am 1. November 2024 in die ISFB ein, um die strategischen Tätigkeitsbereiche Weiterbildung und Bank- und Finanzzertifizierungen zu übernehmen. Doppelinterview mit diesen beiden Experten aus der Finanzwelt sowie mit Mathias Baitan, Generaldirektor.
Christophe, Sie treten als Ausbildungsleiter in die ISFB ein. Was umfasst Ihr Aufgabengebiet?
Die ISFB hat die Aufgabe, die Kompetenzentwicklung aller in der Westschweiz tätigen Finanzakteure zu fördern. Ihre Mission und damit auch meine Aufgabe besteht darin, mit ihren Mitgliedern in Kontakt zu treten, um ihre Ausbildungsbedürfnisse zu analysieren und in konkrete Ziele für die Erhaltung und Weiterentwicklung der Kompetenzen ihrer Fachleute umzusetzen. Angesichts der ständig steigenden Anforderungen an die Professionalisierung der Finanzberufe und um die Exzellenz des Finanzplatzes Schweiz zu gewährleisten, ist es als Kompetenzzentrum für Banken und Finanzinstitute unerlässlich, die bestehenden Lehrpläne anzupassen und massgeschneiderte Ausbildungen zu entwickeln, die den Erwartungen entsprechen. In diesem Zusammenhang freue ich mich über die Gelegenheit, sowohl die institutionellen Mitglieder des ISFB als auch die Finanzfachleute bei ihrer Karriereentwicklung und der Erhaltung ihrer Beschäftigungsfähigkeit zu begleiten.
Maryse, Sie treten dem ISFB als Zertifizierungsbeauftragte bei. Was ist der Umfang Ihrer Aufgabe?
Die 2016 eingeführte SAQ-Zertifizierung ist eine Antwort der Schweizerischen Bankiervereinigung auf die im Finanzdienstleistungsgesetz festgelegten Ausbildungsanforderungen. Sie besteht aus einer Bewertung der fachlichen und sozialen Kompetenzen, die in einer oder mehreren schriftlichen Prüfungen und einer mündlichen Prüfung abgefragt werden. Als von der SAQ zugelassener Subunternehmer ist das ISFB der führende Anbieter auf dem westschweizerischen Markt für die Vorbereitung, Durchführung und Rezertifizierung der SAQ-Prüfungen. Meine Hauptaufgabe bei der ISFB wird es daher sein, die erfolgreiche Entwicklung dieses Angebots entsprechend den Bedürfnissen der Marktteilnehmer und den Empfehlungen des FIDLEG sicherzustellen und so die von dieser Zertifizierung betroffenen Mitarbeiter bestmöglich zu begleiten.
Christophe, können Sie uns etwas über Ihren Werdegang erzählen und darüber, was Sie dazu bewogen hat, sich dem ISFB anzuschließen?
Als gebürtiger Genfer tauchte ich sehr schnell in die Welt der Finanzen ein, dank eines Praktikums für Maturanden bei der Schweizerischen Bankgesellschaft. Es folgten zwei prägende und bereichernde Jahrzehnte, hauptsächlich bei der UBS, die mich dazu brachten, mich als „Nomaden” der Bank zu betrachten und mir ermöglichten, die verschiedenen Tätigkeitsbereiche perfekt kennenzulernen. Ich hatte die Möglichkeit, zwischen lokalen und internationalen Kunden, privaten wie institutionellen, in verschiedenen Positionen als Spezialist und Manager zu wechseln. Als ich schließlich Leiter einer großen Filiale war, beschloss ich, dieses Kapitel abzuschließen und mich voll und ganz der Ausbildung zu widmen. Während meiner gesamten Laufbahn habe ich mich ständig weitergebildet und Fachleute geschult. In den letzten Jahren habe ich außerdem konkrete Fachkenntnisse im Bereich der Pädagogik erworben. Daher ist es für mich heute selbstverständlich, zum ISFB zu wechseln, wo ich Teil eines Teams sein werde, das sich der Kompetenzentwicklung im Bereich Bank- und Finanzwesen widmet.
Maryse, können Sie uns etwas über Ihren Werdegang erzählen und darüber, was Sie dazu bewogen hat, sich dem ISFB anzuschließen?
Mein Werdegang ist zwar vielfältig, folgt aber einer konsequenten Logik. Nach meinem Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Universität Genf arbeitete ich zunächst bei einer Zeitung und anschließend in der Modebranche. Als Tochter eines Kaufmanns wollte ich mich vom familiären Weg abheben. Neugierig, reiselustig und mit einem natürlichen Talent für zwischenmenschliche Beziehungen und das Schreiben ausgestattet, beschäftigte ich mich kurz mit der Welt der Printmedien, aber die Einsamkeit vor den leeren Seiten dieses Berufs führte mich schnell zu anderen Tätigkeitsbereichen mit mehr zwischenmenschlichen Kontakten, wie der Luxuskosmetik- oder der Pharmabranche, in denen ich verschiedene Positionen innehatte (Einkäuferin, Geschäftsführerin, Ausbilderin, Beraterin). Dieser Werdegang weckte in mir eine Leidenschaft für die Erwachsenenbildung und die Kompetenzentwicklung. Fast 18 Jahre lang übte ich diesen Beruf mit Begeisterung bei der Crédit Suisse als Senior Managerin für Ausbildung und Entwicklung aus, vertiefte meine Kenntnisse des Bankensektors und entwickelte Fachkompetenzen in den Bereichen Weiterbildung und berufliche Zertifizierung. Nach der Übernahme der Crédit Suisse durch die UBS wollte ich mich einer „überschaubaren” Struktur anschließen, und das ISFB erwies sich als der ideale Ort, um meine Mission fortzusetzen und Fachleute aus dem Bankensektor zu unterstützen. Ich freue mich, Teil seines brandneuen Teams zu sein!
Christophe, was sind die Herausforderungen in Ihrem Tätigkeitsbereich, nämlich der beruflichen Weiterbildung?
Das ISFB ist in der Westschweiz als Berufsverband für seine institutionellen Mitglieder und deren Mitarbeitende bekannt und anerkannt. Die Weiterbildungsbranche im Bankwesen ist stark fragmentiert: Es gibt viele unabhängige Ausbilder, was den konkreten Bedarf der Akteure an der Weiterentwicklung der Kompetenzen ihrer Fachleute verdeutlicht, aber auch zu Verwirrung bei der Auswahl eines Partners führen kann. Meiner Meinung nach ist es von entscheidender Bedeutung, dass sich der Finanzplatz der Westschweiz auf ein Kompetenzzentrum wie das ISFB stützen kann, das sich dafür einsetzt, die besten Experten in einem harmonisierten Rahmen und Ausbildungsangebot auszuwählen und dabei die Bedürfnisse und Herausforderungen des Berufsstands, die gesetzlichen Entwicklungen und die Besonderheiten der Mitgliedsinstitute zu berücksichtigen. Die Gewährleistung der gemeinsamen Nutzung der Investitionen seiner Mitglieder ist eine weitere Herausforderung, und das ISFB hat die Aufgabe, sie bei der Aufrechterhaltung der Beschäftigungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter zu unterstützen.
Maryse, was sind die Herausforderungen in Ihrem Tätigkeitsbereich, nämlich der SAQ-Zertifizierung und anderen schweizerischen und internationalen Zertifizierungen?
Die berufliche Zertifizierung im Bankensektor hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und bietet den Zertifizierten sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Sie ermöglicht Fachleuten eine kontinuierliche Weiterbildung und den Nachweis ihrer Kompetenzen, die für die Ausübung von Berufen im Finanzwesen unerlässlich sind. Im Rahmen der SAQ CWMA-Erstzertifizierung arbeiten wir eng und kontinuierlich mit einem breiten Netzwerk externer Experten zusammen und legen großen Wert auf eine klare Trennung zwischen unseren Ausbildern und Prüfern. Darüber hinaus stellen wir durch regelmäßige Überarbeitung unserer Prüfungsfragen sicher, dass unsere Zertifizierungsprüfungen stets den Anforderungen entsprechen. Während die Mehrheit der Marktteilnehmer über die SAQ CWMA-Zertifizierung verfügt, stellt die Rezertifizierung eine Herausforderung dar, die Banken nicht immer effektiv bewältigen können. Als führender Anbieter in der Westschweiz ist es unser vorrangiges Ziel, attraktive Rezertifizierungsschulungen anzubieten, damit Finanzfachleute stets auf dem neuesten Stand des SAQ-Kompetenzreferenzrahmens bleiben. Darüber hinaus planen wir, unser Angebot auf CFA/CAIA-Online-Zertifizierungen sowie auf Vorbereitungsprogramme für eidgenössische Diplome auszuweiten, die auf den Finanzmarkt zugeschnitten sind.
Mathias Baitan, Sie sind Generaldirektor des ISFB. Können Sie uns einige Informationen über die Entwicklung des ISFB in den letzten 24 Monaten geben?
Im Januar 2023 haben wir innerhalb des ISFB eine neue Dynamik initiiert, um den sich wandelnden Bedürfnissen unserer institutionellen Mitglieder gerecht zu werden, insbesondere im Bereich der Kompetenzentwicklung. Diese neue Ausrichtung konkretisiert sich in vier Tätigkeitsbereichen, die jeweils unser Angebot strukturieren und unsere Berufung als Berufsverband stärken. Von nun an ist die ISFB in der Lage, alle Anfragen ihrer Mitglieder im Bereich der Kompetenzentwicklung zu beantworten, sei es in Bezug auf die Entwicklung technischer und Führungskompetenzen, die Begleitung beim Karrierewechsel oder die Unterstützung bei der Stärkung der Beschäftigungsfähigkeit. Eine unserer Stärken liegt insbesondere in unserer Fähigkeit, die besten Experten aus der Finanzwelt auszuwählen. Diese Dynamik hat uns dazu veranlasst, unsere Strategie, unsere Prozesse und Strukturen sowie unser Dienstleistungsangebot grundlegend zu überarbeiten. Wir haben auch mehrere unserer Partnerschaften überprüft, um den Bedürfnissen unserer Mitglieder besser gerecht zu werden und unser Ökosystem auf ausgewogene und nachhaltige Weise zu stärken. Strukturell besteht das ISFB aus vier Fachbereichen (Weiterbildung, Zertifizierungen, Karriereentwicklung, Netzwerkausbau) sowie starken Support-Teams, die für die operative und administrative Qualität im Tagesgeschäft sorgen. Eine Marketing- und Kommunikationsabteilung ist für die Förderung unserer Marke und die Verbreitung von Kompetenzen zuständig. Jede Dienstleistung wird von einem Ausschuss oder einem Programmdirektor überwacht, der einen zeitgemäßen Ansatz und die Einhaltung ethischer Grundsätze gewährleistet. Auf diese Weise gibt unsere Kollektivmarke Arbeitgebern Sicherheit in Bezug auf Kompetenzen und trägt zur Entwicklung von Talenten am Finanzplatz bei.
Christophe Nicod & Maryse Gabbay
Leiter Ausbildung ISFB & Leiter Zertifizierungen ISFB