Weiterbildung

Stephan Singh stellt das ISFB-Zertifikat „Datenmanagement” vor: Daten für alle Bankfachleute zugänglich machen

6. Oktober 2025

Die Beherrschung von Daten ist für Finanzinstitute zu einer unverzichtbaren Herausforderung geworden. Mit dem ISFB-Zertifikat „Data Management” bietet das Institut eine leicht zugängliche und praxisorientierte Ausbildung, um Bankmitarbeitern die notwendigen Grundlagen zu vermitteln, damit sie Daten verstehen, interpretieren und für ihre Entscheidungen nutzen können. Stephan Singh, Programmdirektor, stellt uns die Ziele, Besonderheiten und Vorteile vor.

Stephan Singh, Sie sind Programmdirektor des ISFB-Zertifikats Data Management. Können Sie uns dieses Programm vorstellen und uns sagen, an wen es sich richtet?

Das ISFB-Zertifikat für Datenmanagement ist eine Schulung für Mitarbeiter im Bankensektor, die über wenig oder gar keine Kenntnisse im Bereich Daten verfügen.

Das Ziel besteht darin, ihnen die notwendigen Grundlagen zu vermitteln, um die Wertschöpfungskette von Daten zu verstehen, effektiv mit den spezialisierten Teams zu kommunizieren, ihre Anforderungen an Indikatoren zu formulieren, diese zu lesen und zu interpretieren, um bessere Entscheidungen treffen zu können.

Das Programm richtet sich an ein breites Publikum innerhalb von Banken, sei es in Supportfunktionen wie Risiko, Compliance oder Projektmanagement, aber auch in operativen Funktionen oder im Kundenbeziehungsmanagement.

Was macht Ihrer Meinung nach den Reichtum und die Qualität dieses Programms aus?

Der Reichtum dieses Zertifikats liegt in seiner Ausgewogenheit zwischen Theorie und Praxis, immer mit Bezug zum Bankwesen. Der Inhalt ist bewusst leicht zugänglich gehalten: Auch Mitarbeiter ohne jegliche Datenkenntnisse können das Programm absolvieren und Schritt für Schritt Fortschritte machen, bis sie praktische Übungen zur Datenvisualisierung und sogar einige Grundlagen der Programmierung in Python absolvieren können.

Dieser Ansatz gewährleistet, dass jeder, unabhängig von seinem Werdegang, die Konzepte nicht nur verstehen, sondern auch konkret und direkt in seinem beruflichen Alltag anwenden kann.

Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Herausforderungen in diesem Bereich, und inwiefern bietet dieses Programm konkrete Lösungen?

Eine der größten Herausforderungen ist heute die sogenannte Datenkompetenz oder Datenkultur. Viele Fachleute glauben, dass sie Datenanalyse verstehen, weil sie auf den ersten Blick einfach erscheint, während sie in Wirklichkeit ein solides Fundament an Wissen erfordert, um richtig interpretiert zu werden.

Die Herausforderung liegt im Dialog zwischen den Fachteams, die ihre Bedürfnisse äußern, und den Datenteams, die die Analysen erstellen. Ohne eine gemeinsame Sprache und ein Mindestmaß an Datenreife bleibt eine Kluft bestehen. Das Programm zielt genau darauf ab, diese Lücke zu schließen, indem es den Teilnehmern die Schlüssel zum Verständnis der Herausforderungen, zur Erkennung der Grenzen der Daten und zur effizienteren Zusammenarbeit mit ihren Gesprächspartnern an die Hand gibt.

Was ist Ihre Aufgabe als Programmdirektor?

Meine Aufgabe ist es, die Kohärenz und Relevanz des Zertifikats sicherzustellen. Dazu gehört, dass ich dafür sorge, dass die Inhalte auf die aktuellen Bedürfnisse der Finanzinstitute abgestimmt sind, gemeinsam mit dem Weiterbildungsleiter an der Auswahl der Referenten mitwirke und auch sicherstelle, dass der Lehrgang zugänglich und gleichzeitig anspruchsvoll bleibt.

Darüber hinaus bin ich während des Programms ein bevorzugter Ansprechpartner für die Teilnehmer, um sie zu begleiten und ihre Erwartungen zu erfüllen. Zusammen mit meinen Kollegen aus dem wissenschaftlichen Ausschuss des ISFB trage ich dazu bei, das Angebot des ISFB weiterzuentwickeln, damit es den Schlüsselkompetenzen entspricht, die im Bankensektor der Romandie erwartet werden.

Stephan Singh

Chief Data Officer (Pictet)

„Der Wert dieses Zertifikats liegt in seiner Ausgewogenheit zwischen Theorie und Praxis, wobei der Schwerpunkt stets auf dem Bankwesen liegt.“

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