Ein ganzheitlicher Blick auf die Bank im Dienste komplexer Projekte: Yulia Brovuns Erfahrungsbericht zum ISFB-Zertifikat „Stab und Support“

20. April 2026

In vielen Einrichtungen spielen Stabs- und Supportfunktionen eine entscheidende Rolle für die Kohärenz, Zuverlässigkeit und Transformation von Organisationen. Sie erfordern die Fähigkeit, das Gesamtsystem zu überblicken, verschiedene Interessengruppen zu koordinieren und vielfältige Herausforderungen in konkrete Maßnahmen umzusetzen. Genau in diesem Sinne ist das ISFB-Zertifikat „Stab und Support“ konzipiert.

Die nächste Runde des Programms beginnt am 11. Mai. Dies ist daher eine gute Gelegenheit, anhand eines Erfahrungsberichts auf die Vorteile dieser Fortbildung einzugehen. Yulia Brovun, Projektmanagerin bei Edmond de Rothschild, hat diesen Zertifikatskurs absolviert, um ihre Erfahrungen zu festigen, in einen größeren Zusammenhang zu stellen und zu systematisieren. In diesem Interview spricht sie über den Wert einer bereichsübergreifenden Sichtweise auf die Bankabläufe und darüber, wie wichtig es ist, bei der Leitung komplexer Projekte fachliche, regulatorische, technologische und organisatorische Herausforderungen miteinander zu verknüpfen.

Yulia Brovun, was hat Sie dazu bewogen, diese Ausbildung zu absolvieren?

Dieser Abschluss war eine logische Fortsetzung meines Werdegangs: Nachdem ich verschiedene Positionen und Tätigkeiten im Finanzsektor ausgeübt hatte, wollte ich mir einen Überblick über die Funktionsweise des Bankwesens verschaffen, den ich mir zuvor empirisch angeeignet hatte, und diesen systematisch strukturieren und formalisieren.

Da ich in verschiedenen Umfeldern tätig war, wollte ich auch mein Verständnis für das Schweizer Bankwesen vertiefen – eine Erwartung, die dieses Programm voll und ganz erfüllt hat.

Die Teilnahme an einem solchen Programm erfordert einen erheblichen Einsatz. Wie wurde Ihr Vorhaben in Ihrem beruflichen Umfeld aufgenommen und unterstützt?

Dieses Programm ist eine echte Herausforderung: vierzehn Schulungstage, verteilt über mehrere Monate, die parallel zu einer intensiven beruflichen Tätigkeit absolviert werden müssen. Dies erforderte eine sorgfältige Organisation, insbesondere um die Kursphasen mit den intensiven Phasen meiner Projekte in Einklang zu bringen.

Mein Vorhaben wurde von meinem Arbeitgeber unterstützt, der der Kompetenzentwicklung und der beruflichen Weiterbildung große Bedeutung beimisst. Diese Unterstützung war wichtig – nicht nur in praktischer Hinsicht, sondern auch als Anerkennung meines Wunsches, mich in meiner bereichsübergreifenden Rolle weiterzuentwickeln.

Welche Erkenntnisse haben Sie aus diesem Zertifikatskurs besonders mitgenommen, und inwiefern hat diese Fortbildung Ihre Arbeitsweise gestärkt?

Dieses Zertifikat hat eine Haltung untermauert und formalisiert, die ich in meiner Praxis entwickelt hatte: die Verbindung zwischen den Fachanwendern und den technischen sowie Support-Teams herzustellen, dabei zwischen regulatorischen, sicherheitstechnischen, IT- und organisatorischen Herausforderungen zu navigieren und gleichzeitig die strategischen Aspekte und die Auswirkungen für alle Beteiligten im Blick zu behalten.

Das Programm hat zudem dazu beigetragen, einen Überblick über die Gesamtabläufe einer Bank zu gewinnen – eine Gesamtperspektive, die über die operativen Abläufe hinausgeht und strategische Überlegungen bei der Durchführung komplexer Projekte fördert.

Der Austausch mit Kollegen mit unterschiedlichen Werdegängen, die in verschiedenen Umfeldern und Bankberufen tätig sind, sowie die Qualität der Referenten – allesamt aktive Fachleute aus der Branche – stellten eine erhebliche Bereicherung dar und lieferten wertvolle Einblicke aus verschiedenen Blickwinkeln sowie eine Perspektive, die in der Praxis verankert ist.

Welche Erkenntnisse oder neuen Perspektiven konnten Sie seit Abschluss des Programms konkret in Ihrer Tätigkeit umsetzen?

Diese Erfahrungen spiegeln sich in einem strukturierteren und systematischeren Ansatz bei der Durchführung meiner Projekte wider, die von Natur aus komplex und vielschichtig sind – sie umfassen gleichzeitig fachliche, regulatorische, sicherheitstechnische und IT-bezogene Aspekte, wobei zahlreiche Interessengruppen aufeinander abgestimmt werden müssen.

Die Schulung hat mich darin bestärkt, diese Abhängigkeiten bereits in der Konzeptionsphase zu erkennen, die Projektsteuerung entsprechend zu strukturieren und während des gesamten Projektlebenszyklus für Kohärenz zwischen den verschiedenen Projektdimensionen zu sorgen.

Außerdem hat sie meine Fähigkeit gestärkt, eine Verbindung zwischen den geschäftlichen Herausforderungen und deren operativer Umsetzung herzustellen – was den Kern meiner Tätigkeit als Projektmanager in einem internationalen Private-Banking-Umfeld ausmacht.

Für welche Art von Fachkraft erscheint Ihnen dieses Zertifikat heute besonders relevant?

Dieses Zertifikat eignet sich besonders für Personen, die an der Schnittstelle mehrerer Funktionen tätig sind – bereichsübergreifende Projektleiter, Business Manager oder Spezialisten für strategische Unterstützung –, für die Koordination, Einflussnahme ohne hierarchische Weisungsbefugnis und eine ganzheitliche Sichtweise zu den Schlüsselkompetenzen zählen.

Er entspricht zudem einem echten Bedarf bei Fachleuten aus anderen Bereichen, die ihre Tätigkeit auf ein tieferes Verständnis der Funktionsweise eines Finanzinstituts in all seinen Facetten stützen möchten. Vor dem Hintergrund der digitalen Transformation und des zunehmenden regulatorischen Drucks ist diese bereichsübergreifende Sichtweise mehr denn je ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

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Yulia Brovun

Projektmanager bei Edmond de Rothschild
ISFB-zertifiziert: Stab und Support

Vor dem Hintergrund der digitalen Transformation und des zunehmenden regulatorischen Drucks ist diese bereichsübergreifende Sichtweise mehr denn je ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

20.04.2026, 13:56:24 Uhr