Fünf Tipps für die richtige Wahl

Sie möchten Ihre beruflichen Fähigkeiten auffrischen, sich beruflich neu orientieren oder ein persönliches Interesse verfolgen und machen sich auf die Suche nach der passenden Weiterbildung, um Ihr Ziel zu erreichen. Aber die Realität sieht so aus: Es gibt eine Fülle von Angeboten und Sie wissen nicht, für welchen Lehrgang Sie sich entscheiden sollen. Eine Weiterbildung ist eine sehr wichtige Investition. Hier finden Sie einen kurzen Überblick über die Punkte, die Sie berücksichtigen sollten, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Den Bedarf genau ermitteln

Die Ermittlung dieses Bedarfs kann sowohl von der Person, die die Weiterbildung absolvieren wird, als auch vom Unternehmen, bei dem sie beschäftigt ist, vorgenommen werden. Entspricht die Weiterbildung einer inneren Motivation oder einer äußeren Notwendigkeit? In beiden Fällen muss sie eine wahrgenommene Lücke schließen, und diese Lücke muss ermittelt werden, bevor nach einem geeigneten Kurs gesucht wird.

Unabhängig davon, ob die Initiative vom Arbeitgeber oder vom Bewerber ausgeht, muss das angestrebte Ziel klar definiert werden. Geht es darum, einen Legitimationsbedarf in einem bestimmten Fachgebiet zu decken, sich mit einer neuen Norm vertraut zu machen, einen Abschluss zu erwerben, um den Lebenslauf zu ergänzen, oder sich in einem geeigneten Rahmen Zeit zum Nachdenken zu verschaffen? Die Antwort auf diese Fragen ermöglicht es dem Bewerber oder Arbeitgeber, seine Wahl entsprechend dem angestrebten Ziel zu treffen.

Beispielsweise wird sich jemand, der sich schnell Wissen zu einem technischen Thema aneignen möchte, aber wenig Wert auf den Erfahrungsaustausch mit anderen Experten legt, für eine E-Learning-Lösung entscheiden, während jemand, der sich Zeit für den Austausch mit anderen Experten nehmen und sein berufliches Netzwerk erweitern möchte, eher zu einer Präsenzschulung tendieren wird.

Aktivierbare Ressourcen bewerten

Die Wahl einer Ausbildung hängt auch von den verfügbaren Ressourcen ab. Zeit ist die wichtigste dieser Ressourcen. Wie viel Zeit können Sie persönlich investieren, um Ihr Ziel zu erreichen? Und wie viel Zeit gewährt Ihnen Ihr Arbeitgeber? Wird sich diese Investition auf die Zeit auswirken, die Sie im Büro, mit Ihrer Familie oder mit Ihren Freunden verbringen?

Die zweite zu berücksichtigende Ressource ist finanzieller Natur. Über welches Budget verfügen Sie? Finanziert Ihr Arbeitgeber diese Investition, und wenn ja, zu welchen Bedingungen? Welche Verpflichtungen haben Sie gegenüber Ihrem Arbeitgeber nach Abschluss Ihrer Ausbildung? Müssen Sie einen Teil davon zurückzahlen? Wenn Sie die Ausbildung selbst finanzieren, erhalten Sie Zuschüsse? Müssen Sie zusätzliche Kosten für den Kauf von Büchern, für Ihre Fahrten oder sogar für Ihre Unterkunft in Ihre Berechnung einbeziehen?

Die dritte Ressource, die nicht zu unterschätzen ist, ist kognitiv und motivational. Eine Ausbildung erfordert viel Energie. Sie erfordert Konzentration, Nachdenken und regelmäßige Teamarbeit, wenn Sie beispielsweise einen langjährigen akademischen Studiengang absolvieren.

Im Team oder alleine lernen

Die Teamarbeit, die im Rahmen der universitären Weiterbildungen (CAS, DAS, MAS) gefördert wird, begünstigt ein sogenanntes «soziokonstruktivistisches» Lernen, bei dem der Austausch zwischen Gleichaltrigen mit ähnlichem Niveau den Erwerb von Wissen und Kompetenzen verstärkt. Das Lernen und Arbeiten im Team bringt zwar viele Vorteile mit sich, erfordert aber auch einen höheren Zeitaufwand für die Zusammenarbeit.

Manche bevorzugen Weiterbildungen, bei denen das Lernen individuell gestaltet ist, auch wenn es in einer gemeinsamen Klasse stattfindet. Der informelle Austausch zwischen den Teilnehmern bleibt bestehen, aber die Hausaufgaben oder Übungen werden individuell erledigt.

Andere entscheiden sich für vollständig individualisierte Schulungen. Die Inanspruchnahme eines persönlichen Trainers ermöglicht beispielsweise die Vorbereitung auf eine Prüfung, erfordert jedoch mehr finanzielle Mittel. Das ISFB bietet diese Lösung häufig Kandidaten an, die sich mit einem Experten, der ihnen mehrere Stunden Einzelunterricht widmet, auf eine Prüfung vorbereiten möchten.

Ein geeignetes Format auswählen

In den letzten zwanzig Jahren hat sich die Welt der Weiterbildung grundlegend verändert. Das Internet hat eine echte Revolution im Zugang zu Wissen und im Austausch zwischen Menschen ausgelöst. Es ist nicht mehr unbedingt notwendig, sich in ein Ausbildungszentrum zu begeben, um sich Kompetenzen anzueignen. Man kann nun einen Kurs von seinem Sofa aus besuchen oder sich sogar an seinem Arbeitsplatz weiterbilden.

Es gibt zahlreiche Formate, die alle ihre Vor- und Nachteile haben:

Die online verfügbarenE-Learning -Lösungen bieten Videos, Lesematerial und verschiedene interaktive Formate, die für die Behandlung theoretischer Fragen sehr nützlich sind. Ihr behavioristischer Ansatz ermöglicht es, Wissen durch Wiederholung von Übungen und Multiple-Choice-Tests zu erwerben, beispielsweise zu beliebigen Zeiten und ohne soziale Interaktion. Es handelt sich um virtuelle Lösungen, die im Rahmen von theoretischen Auffrischungen sehr nützlich sind, beispielsweise in den Bereichen IT-Sicherheit, Compliance oder ganz allgemein im Bereich der Regulierung. Bei der ISFB nutzen wir die Plattform Moodle, auf die unsere Teilnehmer rund um die Uhr zugreifen können.

Das Angebot anLive-Fernunterricht hat seit Covid an Beliebtheit gewonnen. Mittlerweile gibt es zahlreiche Lösungen, mit denen man einen Kurs live, aber aus der Ferne, von seinem Computer aus über Zoom, Teams oder andere Programme verfolgen kann. Wenn die Kameras eingeschaltet sind und die Mikrofone sparsam eingesetzt werden, ist es besonders praktisch, eine Schulung über eine Video-Schnittstelle zu verfolgen. Der Kandidat muss nicht mehr Hunderte oder sogar Tausende von Kilometern zurücklegen, um an einem Kurs teilzunehmen. Er kann zu einer festgelegten Uhrzeit aus der Ferne an seinem Unterricht teilnehmen. Nachteile dieses Formats sind, dass Interaktion und Spontaneität kaum möglich sind und technische Probleme die Dynamik des Kurses stören können. Wenn jedoch die Nutzungsregeln klar definiert sind und die Übertragungsstudios von hoher Qualität sind, entspricht dieses Format gut dem Bedarf an Kompetenzerwerb. Genau dieses Format verwenden wir in unseren SAQ-Rezertifizierungspaketen, mit denen Teilnehmer aus der gesamten Westschweiz zu einem bestimmten Thema zusammengebracht werden können. Dafür verfügen wir bei der ISFB über ein professionelles Live-Übertragungsstudio.

Klassische Präsenzschulungen, die an einem physischen Ort stattfinden, an dem sich die Teilnehmer versammeln, ermöglichen es, eine Vielzahl von pädagogischen Techniken anzuwenden, aber auch die Erfahrungen der verschiedenen Teilnehmer auf reichhaltigere Weise auszutauschen. Die Teilnahme an einer Schulung dient also nicht nur dem Wunsch, Informationen zu sammeln, sondern ist auch ein Ort des Austauschs, der Begegnung mit neuen Persönlichkeiten und Orten, der dazu beiträgt, das erworbene Wissen besser im Gedächtnis zu verankern. Über den Erwerb von Kompetenzen hinaus ermöglichen Präsenzschulungen den Ausbau des eigenen Netzwerks und die Gestaltung der beruflichen Zukunft. Aus all diesen Gründen fördert und unterstützt das ISFB als Kompetenz- und Karrierezentrum Präsenzschulungen. Wir verfügen über zwei voll ausgestattete Mehrzweckräume und einen Entspannungsbereich, der zum Austausch einlädt.

Diese verschiedenen Formate können je nach den angestrebten Zielen miteinander kombiniert werden. So bieten hybride Lehrgänge, die Präsenzunterricht mit Fernunterricht oder Multiple-Choice-Tests kombinieren, während der gesamten Ausbildung vielfältige Anregungen. In diesem Sinne ermöglichtder Moodle-Bereich des ISFB, elektronische Texte online zu lesen, Multiple-Choice-Tests zu absolvieren und in bestimmten Situationen sogar einen Experten für ein Ferninterview anzufragen.

Die Bildungseinrichtung bewerten

Bevor man sich entscheidet, sollte man sich auch genau über die Einrichtung informieren, die die Studiengänge anbietet und die Abschlüsse vergibt.

Berufsverbände, die im Wesentlichen die Wirtschaftsakteure ihres Ökosystems zusammenbringen, bieten Schulungen an, die den spezifischen und unmittelbaren Bedürfnissen ihrer Branche entsprechen. Die während der Kurse erworbenen Kompetenzen sind somit nach Abschluss des Lehrgangs direkt in der Praxis anwendbar. Bei dieser Art von Schulungen suchen die Teilnehmer nach pragmatischen Kompetenzen. Diese Lehrgänge führen zum Erwerb von Bescheinigungen, Zertifikaten oder Diplomen, die von den Mitgliedern des Berufsverbands anerkannt werden, oder für bestimmte Berufe zu eidgenössischen Fachausweisen und Diplomen.

So bietet das ISFB den Teilnehmern die renommierten ISFB-Zertifikate an, die auf dem Arbeitsmarkt aufgrund ihrer Aussagekraft und sofortigen Verwertbarkeit anerkannt und geschätzt werden. Neben dem am Ende des Studiums erworbenen Abschluss wird der Erfahrungsaustausch mit Experten derselben Branche geschätzt, der nicht nur zur Pflege des beruflichen Netzwerks beiträgt, sondern auch dazu, sich mit anderen beruflichen Praktiken innerhalb desselben Bereichs vertraut zu machen.

Universitäten, Fachhochschulen und Eidgenössische Technische Hochschulen bieten ihrerseits zahlreiche längerfristige Weiterbildungen an, für die ECTS-Credits vergeben werden und die zu CAS (Certificate of Advanced Studies, in der Regel 10 bis 15 Credits), DAS (Diploma of Advanced Studies, in der Regel 30 Credits) und MAS (Master of Advanced Studies, in der Regel 90 Credits) führen. Diese Weiterbildungen richten sich an Berufstätige, dauern je nach Programm zwischen sechs Monaten und zwei Jahren und stehen Inhabern eines Bachelor-Abschlusses oder eines von der Programmleitung als gleichwertig anerkannten Abschlusses offen. Die Teilnehmenden sind in der Regel auf der Suche nach einer Weiterbildung, die ihnen konzeptionelles Denken vermittelt und ihnen ermöglicht, Abstand von ihrem Alltag zu gewinnen, oder nach einem akademischen Titel, der eine Spezialisierung bestätigt.

Zahlreiche private Akteure bieten darüber hinaus hochwertige Ausbildungen an. Viele von ihnen bieten Diplome und Zertifikate an, deren Wert dem Ruf ihrer Marke und ihrer Lehrkräfte entspricht. So hat ein MBA-Abschluss einer renommierten Universität nicht denselben Wert wie ein MBA-Abschluss einer weniger renommierten Einrichtung, was sich auch in den Kosten niederschlägt.

Es hängt also alles vom angestrebten Ziel ab. Zusammenfassend empfehlen wir Ihnen, sich vor Beginn einer Ausbildung die folgenden fünf Fragen zu stellen:

  1. Welches Ziel möchte ich mit einer Ausbildung erreichen?
  2. Was sind meine Motivationsfaktoren?
  3. Welche Ressourcen (zeitliche, finanzielle, kognitive) stehen mir zur Verfügung?
  4. Welches Lernformat eignet sich am besten, um mein Ziel zu erreichen?
  5. Wie wird sich diese Fortbildung auf meine berufliche Entwicklung auswirken, sowohl in Bezug auf Motivation, Fachwissen und Managementfähigkeiten als auch hinsichtlich der Erweiterung meines beruflichen Netzwerks?

Mathias Baitan

ISFB

Generaldirektor

„Die Wahl einer Ausbildung wird auch von den verfügbaren Ressourcen beeinflusst.“

Strategischer Tätigkeitsbereich 3

Kompetenzentwicklung

Parallel zu seinem Angebot an technischen und managementbezogenen Schulungen bietet das ISFB der Personalabteilung seiner Mitgliedsbanken verschiedene Beratungsdienste zur beruflichen Orientierung und Karriereplanung an.

Entdecken Sie das Angebot zur Kompetenzentwicklung