Weiterbildung
Sensibilisierung für operationelle Risiken: Interview mit Anthony Rolland (UBP) und Lino Finini (Berater)
7. Januar 2025
Das Management operationeller Risiken ist für Banken von zentraler Bedeutung. Bei der UBP hat eine vom ISFB durchgeführte Schulung dazu beigetragen, die Teams für regulatorische und praktische Herausforderungen zu sensibilisieren und so die Kultur der Wachsamkeit und Compliance innerhalb des Instituts zu stärken.
Herr Rolland, Sie haben kürzlich das ISFB um eine Schulung gebeten, um Ihre Teams für operative Risiken zu sensibilisieren. Können Sie uns mehr über die spezifischen Anforderungen erzählen, die zu diesem Schritt geführt haben?
Das Bewusstsein für operationelle Risiken ist ein grundlegendes und zeitloses Thema in jedem Bankinstitut. Dieser Ansatz ergibt sich nicht aus einem bestimmten Ereignis, sondern vielmehr aus einer distanzierten Betrachtung des Gesamtkontexts und einer Vielzahl von Faktoren.
Die Vorschriften entwickeln sich ständig weiter, und unsere Teams werden regelmäßig geschult, um sich an diese Änderungen anzupassen. Es ist jedoch ebenso wichtig, regelmäßig auf die damit verbundenen Risiken hinzuweisen, sowohl gegenüber den Mitarbeitern in operativen Funktionen als auch gegenüber den Führungskräften, da beide eine Schlüsselrolle beim Management und der Minderung dieser Risiken spielen.
Darüber hinaus wächst die Union Bancaire Privée (UBP) stetig weiter. Wir passen unsere Prozesse und Kontrollen kontinuierlich an dieses dynamische Umfeld an, wobei Risikoschulungen ein wesentlicher Bestandteil dieser Entwicklung sind.
Herr Finini, Sie sind Programmdirektor bei ISFB und gleichzeitig Dozent bei ISFB. In dieser Funktion haben Sie kürzlich diese interne Schulung bei der Bank UBP durchgeführt. Wie verlief die Vorbereitung dieser Veranstaltung?
Ich arbeite seit etwa zehn Jahren mit dem ISFB zusammen und weiß, wie sehr sich das Institut dafür einsetzt, allen seinen Mitgliedern eine hochwertige Ausbildung zu bieten. Als die Bank Kontakt zum ISFB aufnahm, analysierte dieses die erwarteten Ziele und wählte mich aus den 150 verfügbaren Referenten aus. Ich war sehr erfreut, sehr schnell positiv antworten zu können, da das gewählte Thema, die operationellen Risiken, zu meinen Kompetenzen gehört. Sehr schnell wurde ein Arbeitstreffen mit Herrn Rolland und der Personalabteilung der UBP organisiert. Bei diesem Treffen wurden die Grundzüge der Schulung festgelegt, und gemeinsam mit dem Generaldirektor des ISFB, Herrn Mathias Baitan, konnten wir der UBP einen Lehrplan (Spezifikationen) für die Schulung vorlegen. Anschließend legten wir die Arbeitsgruppen und den Zeitplan fest. In diesem speziellen Fall ging es darum, alle Mitarbeiter der Abteilungen von Herrn Rolland zu schulen, was 10 Sitzungen à 4 Stunden erforderte.
Herr Finini, was sind die wichtigsten Elemente, die Sie in dieser Schulung vermittelt haben?
Es war interessant, allen Teilnehmern anhand einer detaillierten Übersicht über die geltenden Vorschriften zur Vermeidung dieser Risiken eine klare Erklärung für die Bedeutung der Beherrschung operationeller Risiken zu liefern. Diese Vorschriften verpflichten Finanzinstitute zur Einrichtung einer strukturierten und umfassenden Governance und Dokumentation. Anschließend war es wichtig, anhand ausgewählter Beispiele, die auf schlechte Praktiken hinweisen, die Auswirkungen des Eintretens dieser Risiken hervorzuheben. Schließlich konzentrierte sich die Diskussion auf die Mittel, die eingesetzt werden müssen, um diese Risiken zu verhindern oder zu mindern, sollten sie eintreten.
Herr Finini, welche Instrumente oder Methoden würden Sie empfehlen, um operative Risiken im Bankwesen effektiv zu identifizieren und zu bewältigen?
Zunächst einmal müssen die Mitarbeitenden darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Regulierungsbehörden sich intensiv mit dieser Problematik befassen, die somit über den rein internen Rahmen einer Bank hinausgeht. Es ist unerlässlich, die wichtigsten Vorschriften der Regulierungsbehörden in der Schweiz und im Ausland zu kennen. Daher sollte ein Regulierungsmonitoring eingerichtet werden, um sicherzustellen, dass man stets über die Erwartungen der Behörden auf dem Laufenden ist. Anschließend müssen diese externen Vorschriften in interne Regelungen und Organisationsstrukturen umgesetzt werden, nicht nur um den Behörden gerecht zu werden, sondern vor allem, um im Unternehmen eine Kultur der Risikoprävention zu etablieren, die auf einer korrekten Dokumentation der identifizierten Risiken, ihrer Bewertung, Maßnahmen zu ihrer Minderung und einem regelmäßigen Zeitplan für ihre Überprüfung basiert. Schließlich wird auch empfohlen, die Mitarbeiter regelmäßig an die Vorsichtsmaßnahmen und die Bedeutung einer aufmerksamen Arbeitsweise zu erinnern.
Herr Rolland, inwiefern war diese Schulung für Sie und Ihre Teams von Vorteil? Warum ist es Ihrer Meinung nach so wichtig, dass eine Bank in Schulungen zum Thema operationelle Risiken investiert?
Bei jeder Schulung ist es mir ein Anliegen, sowohl einen theoretischen Teil, der natürlich den Rahmen, in diesem Fall den regulatorischen Rahmen, absteckt, als auch einen praktischen Teil zu integrieren, den wir anhand konkreter Fälle aus der UBP und der Branche im Allgemeinen veranschaulicht haben. Herr Finini hat es verstanden, den Inhalt des Kurses so anzupassen, dass diese beiden Aspekte der Schulung harmonisch miteinander verbunden wurden.
Das operationelle Risiko ist fester Bestandteil des Alltags der Support-Teams, die mit erheblichen Volumina und Beträgen zu tun haben. Die Gefahr liegt in der Routine, die dazu führen kann, dass wir bestimmte Grundlagen der Kontrolle und Berichterstattung vernachlässigen. Es ist daher nicht überflüssig, „Erinnerungshilfen” einzubauen. Durch die Sensibilisierung für operationelle Risiken stellen wir sicher, dass sich jeder Mitarbeiter des Unternehmens der Herausforderungen und Verantwortlichkeiten bewusst ist, die ihm obliegen. So können wir nicht nur die gesetzlichen Vorschriften einhalten, sondern uns auch als vertrauenswürdiger Partner für unsere Kunden positionieren.
Strategischer Tätigkeitsbereich 1
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Das Institut hat sich zum Ziel gesetzt, die kollektiven und individuellen Kompetenzen des Bankensektors in der Romandie zu maximieren. Es bildet Spezialisten sowohl in technischen Bereichen als auch in Bezug auf ihre Management- und Interaktionskompetenzen aus.
Das Ausbildungsprogramm umfasst verschiedene Ausbildungsgänge in den Bereichen Wealth Management, Asset Management, Retail & Corporate Banking, Support & Back-Office, Recht, Risiko & Compliance sowie Management.

