Schweizerische und internationale Zertifizierungen
SAQ CWMA-Zertifizierung: Anforderungen und Praxis im Mittelpunkt des Unterrichts nach Alexandre Amichia
17. Dezember 2025
Als Dozent im Rahmen des SAQ CWMA-Zertifizierungsprogramms vermittelt Alexandre Amichia eine Vision, die tief in der Praxis und den Anforderungen eines sich ständig weiterentwickelnden Berufs verwurzelt ist. Mit einer Mischung aus aktiver Pädagogik, internationaler Expertise und Engagement für die Weiterbildung blickt er auf seinen Werdegang zurück und spricht über die Herausforderungen, die heute die Beratungsbeziehung prägen.
Alexandre Amichia, Sie sind als Dozent im Rahmen des SAQ CWMA-Zertifizierungsprogramms tätig. Was sind Ihre Erwartungen und welchen Ansatz werden Sie als Referent verfolgen?
Die Mitarbeit im Rahmen des SAQ CWMA-Programms ist für mich sowohl spannend als auch sehr bereichernd. Besonders schätze ich die Vielfalt der Profile, denen man am ISFB begegnet: Jeder Teilnehmer bringt seine Erfahrungen, seine Fragen und seine Sensibilität mit ein. Das schafft ein lebendiges, realitätsnahes Lernumfeld.
Was mich antreibt, ist, manchmal komplexe und/oder abstrakte Konzepte konkret zu machen. Zu Beginn meiner Karriere, als frischgebackener Absolvent, hatte ich das Glück, von brillanten Fachleuten umgeben zu sein, die ihr Fachwissen mit großer Großzügigkeit teilten. Diese Erfahrung hat mich tief geprägt: Sie hat mir gezeigt, wie sehr der Austausch von Wissen eine Karriere verändern kann.
Mein Ansatz basiert daher auf einem klaren Gleichgewicht: Theorie zur Strukturierung, konkrete Beispiele zur Veranschaulichung und Erfahrungsaustausch zur Verankerung des Verständnisses.
Können Sie uns etwas über Ihren akademischen und beruflichen Werdegang erzählen?
Als Schweizer, Luxemburger und Ivorer habe ich sehr lebhafte Erinnerungen an die Abwertung des CFA-Francs in der Elfenbeinküste. Dieses Ereignis war wahrscheinlich der Ausgangspunkt für mein Interesse an Wirtschaft und Finanzen.
Später habe ich an der HEC Lausanne studiert und parallel dazu als quantitativer Analyst bei der Edmond de Rothschild Gruppe angefangen.
2007, wenige Monate vor der Finanzkrise, trat ich in die spätere Vermögensverwaltungssparte der St. Galler Kantonalbank in Genf ein, wo ich als Fondsanalyst, Junior-Banker und später als Portfoliomanager tätig war. Außerdem hatte ich die Gelegenheit, die Abteilung Investment Consulting & Portfolio Management aufzubauen, die alle Anlageklassen abdeckt.
Anschließend nahm ich mein Studium wieder auf, um meine akademische Ausbildung abzuschließen und einen Master (MSc.) in Banking & Finance an der Universität Luxemburg zu erwerben, bevor ich zu JPMorgan Schweiz wechselte, wo ich den internen Vertrieb von UCITS-Fonds auf internationaler Ebene beaufsichtigte.
Seit 2021 betreue ich UHNWI-Kunden in Bezug auf Treasury- und Liquiditätsmanagement-Lösungen für mehrere Märkte.
Während meiner gesamten Karriere habe ich mich intensiv für die Weiterbildung engagiert und insbesondere die Zertifizierungen CAIA, FRM sowie das COS-Zertifikat (Applied Machine Learning) der EPFL Extension School erworben.
In jeder Phase hatte ich das Glück, von engagierten Fachleuten umgeben zu sein. Ihr Einfluss prägt bis heute meine Herangehensweise an die Wissensvermittlung und den Unterricht.
Die nächste Sitzung des SAQ CWMA-Programms findet im Februar 2026 statt. Inwiefern bietet dieses Programm konkrete Lösungen und was sind seine Stärken und Besonderheiten?
Es bietet konkrete Antworten auf aktuelle Herausforderungen: anspruchsvollere Kunden, ein dichtes Regelwerk und einen tiefgreifenden digitalen Wandel. In diesem Zusammenhang ist Weiterbildung unerlässlich, um relevant und zuversichtlich zu bleiben.
Was mir besonders gefällt, ist, dass es sich durch seine Praxisnähe auszeichnet. Es handelt sich nicht um einen zusätzlichen theoretischen Abschluss, sondern um eine Validierung von Kompetenzen, die tatsächlich im Alltag eingesetzt werden, gemäß einem mit den Schweizer Banken erstellten Referenzrahmen.
Mir gefällt auch die Logik der kontinuierlichen Weiterentwicklung: Die Rezertifizierung motiviert dazu, auf dem neuesten Stand zu bleiben, seinen kritischen Geist zu schärfen und sich ständig weiterzubilden – was in einer sich schnell entwickelnden Branche unerlässlich ist.
Was ist das Hauptziel des Moduls „Finanzberater”, das Sie leiten werden?
Dieses Modul ist eine Zusammenfassung des Lehrplans und bietet einen umfassenden Überblick über die Rolle des Beraters in der heutigen Zeit. Wir behandeln darin die Themen, die in der Praxis den Unterschied ausmachen: die Wertschöpfungskette, das Wertversprechen der Beratung, die Beratung von Unternehmern und den Umgang mit schutzbedürftigen Kunden.
Ziel ist es, den Berater in einem sich wandelnden Umfeld neu zu positionieren – Digitalisierung, Regulierung, nachhaltige Finanzen und komplexere Erwartungen. Dazu gehört auch die Betreuung von UHNWI-Kunden mit ihren spezifischen Herausforderungen: Familienführung, Vermögensübertragung, Koordination mit Experten.
Wir werden auch über Technologie sprechen: nicht als Ersatz für den Berater, sondern als Verstärker seines Wertes.
Alexandre Amichia
EMEA-Produktspezialist und Vertriebsleiter (JP Morgan)
„Mir gefällt auch die Logik der kontinuierlichen Weiterentwicklung: Die Rezertifizierung motiviert dazu, auf dem neuesten Stand zu bleiben, seinen kritischen Geist zu schärfen und eine Haltung des lebenslangen Lernens einzunehmen – was in einer sich schnell entwickelnden Branche unerlässlich ist.“
