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Interview mit Marion Fogli – Sich anpassen, lernen und weiterentwickeln: Der Schlüssel zu einer Finanzbranche im Wandel
27. Februar 2025
Frau Fogli, Sie sind stellvertretende Geschäftsführerin der Alpian Bank. Wie wichtig ist die Kompetenzentwicklung in Ihrem Unternehmen?
Wir bei Alpian sind davon überzeugt, dass Lernen ein kontinuierlicher Prozess ist. In einer sich ständig verändernden Branche sind Anpassung und Weiterentwicklung von Kompetenzen unerlässlich, sowohl in technischer Hinsicht als auch in Bezug auf soziale und Führungskompetenzen.
Wir legen großen Wert darauf, ein aktives Lernumfeld zu schaffen, in dem sich unsere Mitarbeiter weiterentwickeln, ausprobieren, Fehler machen und lernen können. Dies geschieht durch strukturierte Schulungen, aber auch durch eine Kultur, die Experimente und Austausch fördert.
Ein konkretes Beispiel? Oft wird davon ausgegangen, dass jeder sein persönliches Budget verwalten oder fundierte finanzielle Entscheidungen treffen kann, obwohl in Wirklichkeit nur wenige Menschen diese Fähigkeiten wirklich erlernt haben. Ebenso bedeutet eine Beförderung zum Manager nicht automatisch, dass man auch ein Team führen kann. Deshalb investieren wir in Schulungen, damit unsere Mitarbeiter über die notwendigen Werkzeuge verfügen, um sich selbstbewusst weiterzuentwickeln.
Wie würden Sie die Managementphilosophie Ihrer Bank beschreiben?
Wir haben eine pragmatische und evolutive Vision vom Management. Es handelt sich nicht um ein starres Modell, sondern um ein Gleichgewicht zwischen Autonomie, Begleitung und kontinuierlichem Lernen.
Eine der größten Herausforderungen in einem schnell wachsenden Unternehmen ist es, eine reibungslose Kommunikation und eine einheitliche Unternehmenskultur aufrechtzuerhalten, insbesondere wenn sich die Teams schnell weiterentwickeln. Aus diesem Grund haben wir regelmäßige Bewertungen wie den Mitarbeiter-NPS eingeführt, um zu verstehen, wie unsere Mitarbeiter ihren Alltag erleben, und unsere Praktiken entsprechend anzupassen.
Wir glauben auch an Verantwortungsbewusstsein, aber mit einem menschlichen Ansatz: Ein guter Manager hat nicht auf alles eine Antwort und muss sagen können „Ich weiß es nicht“. Wir fördern diese Transparenz, die Zeitverschwendung vermeidet und das Vertrauen innerhalb der Teams stärkt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass unsere Managementphilosophie auf Anpassungsfähigkeit, Zuhören und kontinuierlicher Verbesserung basiert. Wir gehen mit Bescheidenheit voran und sind ständig bestrebt, gemeinsam mit unseren Teams Fortschritte zu erzielen.
Was erwarten Sie von Ihren Führungskräften in Bezug auf das Management und wie unterstützen Sie sie bei ihrer Ausbildung?
Wir erwarten von unseren Führungskräften, dass sie Vorbilder und Vermittler sind, die in der Lage sind, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich ihre Teams entfalten und ihr Bestes geben können.
Ein wesentlicher Bestandteil unseres Ansatzes ist die Integration neuer Mitarbeiter. In vielen Unternehmen bleibt ein Neuzugang den anderen Abteilungsleitern möglicherweise unbekannt, da keine direkte Verbindung besteht. Aus diesem Grund trifft jeder neue Mitarbeiter bei seiner Ankunft alle Abteilungsleiter, die ihm nicht nur seine Rolle erklären, sondern auch, wie sein Team in die gesamte Bank integriert ist. So lässt sich besser verstehen, wer was macht, und es entsteht von Anfang an eine Dynamik des Austauschs.
Wir begleiten unsere Führungskräfte auch mit Schulungen, da wir uns bewusst sind, dass Management ein kontinuierlicher Lernprozess ist. Die Leitung eines Teams kann man nicht improvisieren, und selbst Dinge, die grundlegend erscheinen, sind nie vollständig erlernt. Wir fördern auch einen gesunden Umgang mit dem Ego: Eine Führungskraft muss ihre Grenzen erkennen, anstatt vorzugeben, alles zu beherrschen. Diese Transparenz stärkt die Glaubwürdigkeit und den Zusammenhalt innerhalb der Teams.
Zusammenfassend bieten wir unseren Führungskräften die Werkzeuge und die Freiheit, in ihrer Rolle zu lernen und sich weiterzuentwickeln, wobei wir die zwischenmenschlichen Beziehungen in den Mittelpunkt des Managements stellen.
Das ISFB-Zertifikat „Future of Finance” wird in Kürze (März 2025) eingeführt. Welche wichtigen Herausforderungen sehen Sie in diesem Bereich und inwiefern kann dieses Programm konkrete Lösungen bieten?
Der Finanzsektor befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, geprägt von Digitalisierung, Open Banking, künstlicher Intelligenz und nachhaltiger Finanzwirtschaft. Diese Entwicklungen bieten Fachleuten der Branche ebenso viele Chancen wie Herausforderungen, da sie ihre Kompetenzen ständig anpassen müssen.
Eine der größten Herausforderungen besteht meiner Meinung nach darin, dass das Finanzwesen immer komplexer wird, obwohl es eigentlich zugänglicher sein sollte.
Deshalb ist das Programm «Future of Finance» des ISFB besonders relevant. Es vermittelt konkrete Kompetenzen, um sich in diesem sich wandelnden Umfeld zurechtzufinden und Kunden besser zu begleiten. Dabei geht es nicht nur darum, die Technologie oder die Regulierung zu verstehen, sondern auch darum, das Finanzwesen klarer und transparenter zu gestalten.
Wir bei Alpian sind davon überzeugt, dass Bildung und Zugänglichkeit der Schlüssel zu einem gerechteren Finanzwesen sind. Diese Art der Weiterbildung ermöglicht es Fachleuten, nicht nur die Entwicklungen des Marktes zu verfolgen, sondern auch aktiv zu einem Finanzwesen beizutragen, das den tatsächlichen Bedürfnissen der Kunden besser entspricht.
Ihre Bank arbeitet regelmäßig mit dem ISFB zusammen. Welche Vorteile hat Ihre Bank von dieser Zusammenarbeit?
Unsere Zusammenarbeit mit dem ISFB basiert auf einer gemeinsamen Überzeugung: Weiterbildung ist für die Weiterentwicklung des Bankensektors unerlässlich.
Diese Zusammenarbeit bietet unseren Teams einen privilegierten Zugang zu hochwertigen Schulungen, die an die rasanten Entwicklungen im Finanzbereich angepasst sind. Wir möchten, dass unsere Mitarbeiter nicht nur in technischer Hinsicht, sondern auch in Bezug auf ihre sozialen und Führungskompetenzen, die in unserem Beruf ebenso wichtig sind, auf dem neuesten Stand bleiben.
Über die Ausbildung hinaus ist das ISFB ein echter Ort des Austauschs. Wir haben dort die Möglichkeit, unsere Ideen zu diskutieren, aus den Erfahrungen anderer Institutionen zu lernen und aktiv an der Transformation des Finanzwesens mitzuwirken.
Bei Alpian streben wir eine andere Art von Bank an: zugänglicher, menschlicher. Bildung und Wissensaustausch sind wichtige Hebel, um dies zu erreichen, und deshalb schätzen wir diese Zusammenarbeit mit dem ISFB sehr.
Marion Fogli
Stellvertretender CEO (Alpian Bank)
„Wir bei Alpian sind davon überzeugt, dass Bildung und Zugänglichkeit der Schlüssel zu einem gerechteren Finanzwesen sind. Diese Art der Fortbildung ermöglicht es Fachleuten, nicht nur die Entwicklungen des Marktes zu verfolgen, sondern auch aktiv zu einem Finanzwesen beizutragen, das den tatsächlichen Bedürfnissen der Kunden besser entspricht.“
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