Weiterbildung

Interview mit Xavier-Yves Zanota – Interne Kontrolle und Risikomanagement: Von der Theorie zur Praxis

1. September 2025

Mit mehr als zwanzig Jahren Erfahrung in den Bereichen Regulierung, Governance und Risikomanagement stellt Xavier-Yves Zanota sein Fachwissen in den Dienst der Teilnehmer des neuen ISFB-Zertifikats für interne Kontrolle und Risikomanagement. Mit einem pragmatischen Ansatz, Erfahrungsaustausch und direkt anwendbaren Instrumenten erklärt er, wie Fachleute ausgebildet werden können, die in der Lage sind, die Herausforderungen eines komplexen und sich ständig verändernden Umfelds zu meistern.

Xavier-Yves Zanota, Sie sind Dozent am ISFB, wo Sie im Rahmen des brandneuen ISFB-Zertifikats „Interne Kontrolle und Risikomanagement” unterrichten. Was sind Ihre Erwartungen und welchen Ansatz werden Sie als Dozent verfolgen?

Mein Ziel ist es, den Teilnehmern praktische Werkzeuge und solide Orientierungspunkte zu vermitteln, die auf Erfahrung und internationalen Best Practices basieren. Ich erwarte von ihnen, dass sie sich aktiv beteiligen, ihre eigenen Erfahrungen teilen und die vorgestellten Ideen hinterfragen – denn im Austausch lernt man am meisten. Mein Ansatz ist entschieden interaktiv: reale Fallstudien und kritische Diskussionen, um die Konzepte mit konkreten Situationen zu verknüpfen, denen die Teilnehmer in ihrem beruflichen Umfeld begegnen oder begegnen werden.

Können Sie uns etwas über Ihren akademischen und beruflichen Werdegang erzählen?

Nach meinem Studium der Wirtschaftswissenschaften und Rechtswissenschaften begann ich mit Themen rund um die Regulierung des Versicherungsmarktes und arbeitete anschließend als Wirtschaftsprüfer in einer Kanzlei, bevor ich zur Bank für Internationalen Zahlungsausgleich wechselte, wo ich fast zehn Jahre lang an der Arbeit des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht mitwirkte. Anschließend arbeitete ich bei der UBS im Bereich Public Policy und Governance und übernahm dann die Leitung des globalen operativen Risikomanagements bei der EFG Bank.

Im Laufe meiner Karriere hatte ich die Möglichkeit, in multikulturellen Umgebungen zu arbeiten, an der Universität zu lehren, Referenzartikel zu veröffentlichen und auf internationalen Konferenzen zu sprechen. Diese vielfältigen Erfahrungen ermöglichen es mir, einen globalen, pragmatischen und in der Realität der Finanzinstitute verankerten Blickwinkel einzubringen.

Was sind Ihrer Meinung nach derzeit die größten Herausforderungen im Bereich der internen Kontrolle und des Risikomanagements?

Heute stehen die interne Kontrolle und das Risikomanagement vor drei großen Herausforderungen:

  • Die rasante Entwicklung der Risiken: zum Beispiel Cyberbedrohungen, ESG-Risiken, die ständige Weiterentwicklung des regulatorischen Rahmens, neue Technologien.
  • Die zunehmende Komplexität von Organisationen: globale Wertschöpfungsketten, externe Dienstleister, Digitalisierung.
  • Die Notwendigkeit, eine Risikokultur zu schaffen: Es geht nicht nur darum, Regeln anzuwenden, sondern ein echtes Risikobewusstsein auf allen Ebenen zu entwickeln.

Um in diesem Bereich erfolgreich zu sein, muss man technische Sorgfalt, Anpassungsfähigkeit und die Fähigkeit zum Dialog mit allen Beteiligten, vom Verwaltungsrat bis zu den operativen Teams, miteinander verbinden.

Inwiefern kann das ISFB-Programm konkrete Lösungen bieten? Was sind seine Stärken und Besonderheiten?

Dieses Zertifikat zeichnet sich durch seinen praxisorientierten Ansatz aus: Es beschränkt sich nicht darauf, theoretische Rahmenbedingungen vorzustellen, sondern bietet Instrumente und Methoden, die in Organisationen sofort anwendbar sind.

Seine Stärke liegt auch in der Vielfalt der Profile der Referenten, die akademische Erfahrung, regulatorisches Fachwissen und operative Erfahrung vereinen.

Schließlich bietet das ISFB ein anregendes Lernumfeld, in dem der Austausch zwischen den Teilnehmern den Vergleich unterschiedlicher Perspektiven ermöglicht und den Aufbau eines wertvollen beruflichen Netzwerks fördert.

Xavier-Yves Zanota

Global Head of Operational Risk
(EFG Bank)

„Um in diesem Bereich erfolgreich zu sein, muss man technische Präzision, Anpassungsfähigkeit und die Fähigkeit zum Dialog mit allen Beteiligten, vom Verwaltungsrat bis zu den operativen Teams, miteinander verbinden.“

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