Weiterbildung
Treffen mit Yannis Eggert: Herausforderungen, Lösungen und Schulungen für Family Offices
1. September 2025
Yannis Eggert, Dozent am ISFB für das Zertifikat Family Officer, berichtet über seinen reichen Werdegang und seine Vision des Berufs. Von der Verwaltung von Investitionen bis hin zur emotionalen Dimension des Familienvermögens erklärt er, wie dieses Programm Fachleute ausbildet, die in der Lage sind, die komplexen Herausforderungen des Family Office zu meistern und gleichzeitig ein solides und praktisches Netzwerk aufzubauen.
Yannis Eggert, Sie sind Dozent am ISFB, wo Sie im Rahmen des ISFB-Zertifikats Family Officer unterrichten. Können Sie uns etwas über Ihre Erfahrungen als Dozent erzählen?
Ich habe das Privileg, meine Erfahrungen aus der Praxis mit engagierten Fachleuten zu teilen. In dieser Rolle kann ich nicht nur Wissen vermitteln, sondern mich auch mit Teilnehmern aus unterschiedlichen Bereichen austauschen, was die Diskussionen erheblich bereichert. Besonders schätze ich den Ansatz des ISFB, der die Interaktion fördert. In diesem Umfeld zu unterrichten, ist für mich eine ständige Quelle intellektueller und menschlicher Inspiration.
Können Sie uns etwas über Ihren akademischen und beruflichen Werdegang erzählen?
Ich begann meine Karriere bei der Genfer Kantonalbank als Auszubildender, wo ich nach dem Ende der Immobilienkrise der 90er Jahre mein CFC-Diplom erhielt. Anschließend war ich als Assistent des Kreditmanagers in der Abteilung für Immobilienverwaltung und -investitionen tätig. Eine neue Chance bot sich mir, als mir die EFG Bank vorschlug, die Kreditpolitik für Immobilienfinanzierungen in der Schweiz, auf den Bahamas, an der Côte d'Azur, in London und in Singapur zu entwickeln. Diese Erfahrung, die von der Subprime-Krise und dem Konkurs von Lehman Brothers geprägt war, war ein echtes Sprungbrett für meine Karriere. Zu dieser Zeit habe ich auch Kurse an der USPI besucht, um mich im Immobilienbereich weiterzubilden.
Anschließend leitete ich die Kreditabteilung bei Barclays Wealth für die Region EMEA. 2013 entschied ich mich, mich wieder auf den lokalen Markt zu konzentrieren und trat als Relationship Manager mit Spezialisierung auf Kredite in die CIC Banque Privée ein. Im Jahr 2018 war ich Mitbegründer von Resolve, einem Maklerunternehmen für Hypothekenfinanzierungen, das heute mehr als 50 Mitarbeiter in acht Niederlassungen in der Schweiz beschäftigt.
Vor kurzem bin ich zur Banque Piguet Galland gekommen, wo ich als Finanzierungsspezialist Kunden bei ihren globalen Finanzierungsprojekten mit einem Ansatz begleite, der dem eines Family Office ähnelt.
Was sind Ihrer Meinung nach derzeit die wichtigsten Herausforderungen im Bereich Family Office?
In einem sich ständig verändernden wirtschaftlichen Umfeld sind Steuerplanung, Vermögensstrukturierung und Nachlassplanung unverzichtbare Grundlagen. Werden diese Elemente nicht richtig beherrscht, kann dies erhebliche Konsequenzen haben.
Ich bin jedoch überzeugt, dass die wahren Hebel zur Wertschöpfung für die Grandes Familles in drei Schlüsselbereichen liegen: der Verwaltung von Investitionen (liquide Wertpapiere und Immobilienvermögen), der Finanzierung bzw. Hebelwirkung und der Verwaltung illiquider Anlagen, insbesondere von Private Equity. Diese strategischen Schwerpunkte ermöglichen den Aufbau eines nachhaltigen und generationsübergreifenden Vermögens.
Die Verwaltung eines Familienvermögens erfordert eine Vielzahl unterschiedlicher Kompetenzen, wie wir anhand der verschiedenen Module, die wir untersuchen, feststellen können. Es ist illusorisch zu glauben, dass all diese Fachkenntnisse in einem einzigen Family Office vereint werden können. Daher ist es unerlässlich, sich mit zuverlässigen und spezialisierten Partnern zu umgeben, auf die man sich wirklich verlassen kann.
Ein oft unterschätzter, aber grundlegender Aspekt ist schließlich die emotionale Dimension. Die Harmonisierung der Visionen, die Erleichterung gemeinsamer Entscheidungen und der Umgang mit den Empfindlichkeiten jedes einzelnen Familienmitglieds stellen eine große Herausforderung dar. In vielerlei Hinsicht ähnelt dies der Führung eines Unternehmens: Ohne eine klare Vision und einen strukturierten Rahmen bauen sich Spannungen auf und Probleme häufen sich.
Das ISFB Family Officer-Zertifikat wird in Kürze (Oktober 2025) eingeführt. Inwiefern kann dieses Programm konkrete Lösungen bieten? Was sind Ihrer Meinung nach die Stärken und Besonderheiten, die den Reichtum und die Qualität dieses Programms ausmachen?
Dieses Programm bietet konkrete Antworten auf die komplexen Herausforderungen, denen Family Offices gegenüberstehen. Einer der Vorzüge dieses Programms ist insbesondere die Qualität der Referenten: anerkannte Experten mit fundierter Praxiserfahrung, die Wissen vermitteln, das anderswo nur selten zugänglich ist.
Ich habe das Glück, einen kleinen Beitrag dazu leisten zu können und vor allem durch den Kontakt mit diesen Spezialisten viel zu lernen. Die Vielfalt der behandelten Themen ermöglicht es den Teilnehmern, sich einen umfassenden Überblick über den Beruf zu verschaffen und gleichzeitig ein solides Netzwerk aufzubauen, auf das sie sich in ihrer Praxis stützen können.
Yannis Eggert
Finanzierungsspezialist (Piguet Galland & Cie)
„Einer der Vorzüge dieses Programms ist insbesondere die Qualität der Referenten: anerkannte Experten mit fundierter Praxiserfahrung, die Wissen vermitteln, das anderswo nur selten zugänglich ist.“
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