Weiterbildung
Cybersicherheit: Ein pragmatischer Ansatz für Finanzmanager – Interview mit Jacques Fontignie
7. November 2025
In einer Zeit, in der Cybersicherheit zu einer strategischen Herausforderung für den gesamten Finanzsektor geworden ist, startet das ISFB einen neuen Kurzlehrgang für Führungskräfte. Jacques Fontignie, Experte für IT-Sicherheit und Dozent des Programms, teilt seine Vision eines pragmatischen, interaktiven und praxisorientierten Ansatzes.
Jacques Fontignie, Sie sind Dozent am ISFB, wo Sie im Rahmen des brandneuen Kurzlehrgangs „Cybersicherheit für Finanzmanager: Von der Strategie zur Praxis” unterrichten. Was sind Ihre Erwartungen und welchen Ansatz werden Sie als Dozent verfolgen?
Ich hatte bereits das Vergnügen, an der ISFB zu referieren, und freue mich sehr, an dieser neuen Schulung zum Thema Cybersicherheit für Finanzmanager teilzunehmen. Dieses Thema geht heute über die rein technische Dimension hinaus: Es betrifft direkt die Strategie, die Unternehmensführung und die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen.
Mein Ansatz wird vor allem interaktiv und pragmatisch sein. Anstatt mich auf die Theorie zu beschränken, möchte ich von konkreten Beispielen, aktuellen Ereignissen und Erfahrungsberichten aus der Praxis ausgehen. Die Idee ist, einen echten Austausch mit den Teilnehmern zu schaffen, damit sie die richtigen Reflexe erkennen, ihre eigenen Herausforderungen teilen und mit realistischen Handlungsansätzen nach Hause gehen können.
Ich werde auch einige Tools und Methoden vorstellen, die in realen Kontexten eingesetzt werden, um einen nachhaltigen Sicherheitsansatz zu entwickeln, der sich an den Best Practices des Marktes orientiert.
Können Sie uns etwas über Ihren akademischen und beruflichen Werdegang erzählen?
Ich habe mich schon immer für Technologie und Informationssysteme begeistert, was mich ganz natürlich zu einem Masterstudium in Informatik geführt hat. Ich begann meine Karriere bei IBM, wo ich die Möglichkeit hatte, mich intensiv mit Softwareentwicklung zu beschäftigen. Einige Jahre später kam ich zu Lombard Odier in den Bereich Sicherheit: zunächst als Entwickler, dann in verschiedenen Funktionen als Architekt und schließlich als Sicherheitsbeauftragter. Dort habe ich meine Leidenschaft für Cybersicherheit entdeckt, sowohl wegen der technischen als auch wegen der strategischen Herausforderungen.
Heute arbeite ich an der Definition und Steuerung der Cybersicherheitsstrategie und bin gleichzeitig für die operative Überwachung und das Incident Management zuständig.
Was sind Ihrer Meinung nach derzeit die größten Herausforderungen im Bereich Cybersicherheit?
Die aktuellen Herausforderungen im Bereich der Cybersicherheit sind vielfältig, aber drei davon scheinen mir besonders wichtig zu sein.
Der erste ist die zunehmende Komplexität der Bedrohungen. Die Angreifer werden immer professioneller, wenden immer ausgefeiltere Techniken an und nutzen sowohl technologische Schwachstellen als auch menschliche Schwächen aus.
Die zweite Herausforderung betrifft die Geschwindigkeit der Entwicklung. Technologien – Cloud, KI, IoT – entwickeln sich schneller, als Unternehmen sie sichern können. Man muss sich ständig anpassen, Ansätze überdenken und Teams schulen.
Die dritte Herausforderung ist schließlich kultureller und organisatorischer Natur. Cybersicherheit ist nicht mehr nur eine Angelegenheit für Spezialisten: Sie muss auf allen Ebenen des Unternehmens verstanden werden, von der Geschäftsleitung bis hin zu den Mitarbeitern.
Die ISFB-Kurzausbildung „Cybersicherheit für Finanzmanager: Von der Strategie zur Praxis“ findet in Kürze statt (erstes Quartal 2026). Inwiefern kann dieses Programm konkrete Lösungen bieten? Was sind Ihrer Meinung nach die Stärken und Besonderheiten, die den Reichtum und die Qualität dieses Programms ausmachen?
Dieses Programm zeichnet sich durch seinen entschieden praktischen Ansatz aus. Es geht nicht nur darum, Cybersicherheit aus theoretischer Sicht zu betrachten, sondern auch darum, die aktuellen Bedrohungen und konkreten Auswirkungen für eine Führungskraft im Finanzbereich zu verstehen: wie man Krisen antizipiert, Entscheidungen trifft und darauf reagiert. Das Ziel ist es, jedem Teilnehmer nicht nur ein besseres Verständnis der Risiken zu vermitteln, sondern vor allem konkrete Handlungsansätze zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit seines Unternehmens an die Hand zu geben.
Jacques Fontignie
Leiter Cybersecurity (UBP)
„Es geht nicht nur darum, Cybersicherheit aus theoretischer Sicht zu betrachten, sondern auch darum, die aktuellen Bedrohungen und konkreten Auswirkungen für einen Finanzmanager zu verstehen: wie man Krisen vorhersieht, Entscheidungen trifft und darauf reagiert.“
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