Die ISFB-Interviews
Interview mit Julien Froidevaux über das ISFB-Zertifikat Private Banking
28. November 2024
Herr Froidevaux, Sie sind Programmdirektor des ISFB-Zertifikats Private Banking. Können Sie uns dieses Programm vorstellen und uns sagen, an wen es sich richtet?
Das ISFB-Zertifikat Private Banking behandelt die wichtigsten Themen des Wealth Managements aus der Perspektive des Vermögensverwalters, des Kundenbetreuers oder auch interdisziplinär (z. B. mit einer Übersicht über die geltenden Konzepte in den Bereichen Recht, Steuern oder Compliance). Die Kurse werden von erfahrenen Fachleuten gehalten und umfassen sowohl hochkarätige Einführungskurse als auch komplexere Module, in denen die erforderlichen „Hard Skills” vermittelt werden.
Das Zertifikat richtet sich an Personen, die in einer Funktion im Zusammenhang mit Privatkunden und Vermögensverwaltung tätig sind oder tätig sein möchten, auch wenn ihre bisherigen Kompetenzen und Erfahrungen in anderen Bereichen liegen, um mehr Verantwortung und eine höhere Position zu übernehmen.
Was macht Ihrer Meinung nach den Reichtum und die Qualität dieses Programms aus?
Das ISFB-Zertifikat Private Banking bietet den Kandidaten mehrere einzigartige Vorteile:
– Eine Mischung aus traditionellen Inhalten („long-term shelf value”) und neuen Trends
– Eine Ausbildung durch sehr erfahrene Referenten in den jeweiligen Bereichen
– Eine intensive Interaktion zwischen den Teilnehmern dank einer angemessenen Klassengröße, mit einem Austausch von Erfahrungen und „Best Practices” innerhalb der Gruppe
Über den vermittelten Inhalt hinaus steht vor allem die Suche nach den richtigen Fragen (und auch den passenden Antworten) im Vordergrund.
Was sind Ihrer Meinung nach derzeit die größten Herausforderungen im Zusammenhang mit der Kompetenzentwicklung im Private Banking?
Heute besteht eine extreme Asymmetrie (ein Oxymoron?) zwischen der Zunahme regulatorischer Anforderungen zum Schutz des Einzelnen (in diesem Fall des Kleinanlegers) und technologischen Entwicklungen wie Open AI oder Blockchain (die demselben Anleger beispiellose Instrumente und Investitionsfreiheit bieten).
Darüber hinaus werden die traditionellen Risiko-Rendite-Ansätze und andere Angleichungen zwischen den Merkmalen von Finanzinstrumenten und denen von Anlegern nun durch eine wachsende Zahl zusätzlicher Kriterien ergänzt – darunter ESG –, die zu einer erhöhten Komplexität und einem zusätzlichen Risiko von „Mismatches“ führen. Institutionen und Einzelpersonen, die in der Lage sind, das Wesentliche einer Finanzdienstleistung für Kunden herauszuarbeiten, werden die zukünftigen Marktführer der Branche sein.
Was ist Ihre Aufgabe als Programmdirektor?
Die Rolle des Programmdirektors umfasst meiner Meinung nach zwei Hauptaufgaben:
– Sicherstellung der Kohärenz und Aktualisierung der Kursinhalte und des Lehrplans im Allgemeinen
– Validierung der Auswahl der Lehrkräfte mit der Leitung des ISFB und Sicherstellung der ordnungsgemäßen Umsetzung des Lehrplans
Durch meine berufliche Tätigkeit habe ich das Glück, täglich mit der Komplexität der Welt der Vermögensverwaltung in Berührung zu kommen, und dabei von mehr als 30 Jahren Erfahrung in diesem Beruf zu profitieren.
Durch die weitere Lehrtätigkeit – unter anderem im Rahmen des ISFB-Zertifikats Private Banking der ISFB – kann ich nicht nur Inhalte vermitteln, sondern auch in einer sich schnell verändernden Welt weiterhin Kompetenzen erwerben.
Strategischer Tätigkeitsbereich 1
Weiterbildung
Das Institut hat sich zum Ziel gesetzt, die kollektiven und individuellen Kompetenzen des Bankensektors in der Romandie zu maximieren. Es bildet Spezialisten sowohl in technischen Bereichen als auch in Bezug auf ihre Management- und Interaktionskompetenzen aus.
Das Ausbildungsprogramm umfasst verschiedene Ausbildungsgänge in den Bereichen Wealth Management, Asset Management, Retail & Corporate Banking, Support & Back-Office, Recht, Risiko & Compliance sowie Management.

