Weiterbildung
ISFB-Zertifikat Verwaltungsassistent/in: Professionalisierung einer Schlüsselfunktion. Interview mit Julien Froidevaux
1. Juli 2025
Im Zentrum der Vermögensverwaltung entwickelt sich die Rolle der Verwaltungsassistentin bzw. des Verwaltungsassistenten weiter und wird immer professioneller. Um den steigenden Anforderungen der Branche gerecht zu werden, führt das ISFB ein spezielles Zertifikat ein, das Fachwissen und soziale Kompetenzen miteinander verbindet. Julien Froidevaux, Programmdirektor, stellt uns die Herausforderungen, die Struktur und die Ziele vor.
Julien Froidevaux, Sie sind Programmdirektor des ISFB-Zertifikats „Assistent/in für Unternehmensführung”. Können Sie uns dieses Programm vorstellen und uns sagen, an wen es sich richtet?
Das ISFB-Zertifikat «Assistent/in für Unternehmensführung» ist ein neues Programm, das weitgehend auf dem bestehenden ISFB-Zertifikat «Private Banking» basiert. Es umfasst einen gemeinsamen Grundstock von zehn Modulen, gefolgt von fünf spezifischen Modulen mit einer stärker praxisorientierten Ausrichtung, die sich auf die täglichen Aktivitäten und andere berufsspezifische «Soft Skills» konzentrieren.
Dieses Programm wurde entwickelt, um den konkreten Anforderungen des Berufsbildes eines/einer Verwaltungsassistenten/in gerecht zu werden, einer zentralen Funktion in der Vermögensverwaltung, die den/die Vermögensverwalter/in bei der Kundenakquise, der Bearbeitung von Anfragen und der administrativen Nachbereitung in einem anspruchsvollen regulatorischen Umfeld unterstützt.
Es ermöglicht den Teilnehmern, sich mit den Produkten und Dienstleistungen des Wealth Managements vertraut zu machen, ihr berufliches Umfeld zu verstehen und wichtige Verhaltenskompetenzen wie Kommunikation oder Prioritätenmanagement zu entwickeln.
Was macht Ihrer Meinung nach den Reichtum und die Qualität dieses Programms aus?
Die ersten Module behandeln die Grundlagen der wichtigsten Anlageklassen (insbesondere Aktien, Anleihen, Investmentfonds und Devisen), aktuelle Themen (nachhaltige Finanzen, Compliance) und andere eher allgemeine Themen (Bankensysteme, Anlagestrategien, Kredite und Finanzierungen).
Die letzten fünf Module sind spezifischer und befassen sich mit Schlüsselaspekten der Funktion, nicht nur aus operativer Sicht, sondern auch in Bezug auf zwischenmenschliche Beziehungen und Organisation.
Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Herausforderungen in diesem Bereich, und inwiefern bietet dieses Programm konkrete Lösungen?
Unabhängig von ihrer spezifischen Position oder Funktion in Bankinstituten oder anderen Finanzintermediären spielen Verwaltungsassistenten/innen eine absolut zentrale Rolle bei der Pflege der Kundenbeziehungen, insbesondere vor dem Hintergrund verschärfter regulatorischer Anforderungen.
Der im Bereich der Vermögensverwaltung beobachtete Professionalisierungsbedarf (insbesondere mit der Einführung des CWMA in der Schweiz) betrifft auch die Assistenzfunktionen, deren Aufgabenbereich sich zunehmend dem des Relationship Managers annähert.
Was ist Ihre Aufgabe als Programmdirektor?
Die Hauptaufgabe besteht darin, die Übereinstimmung der Inhalte mit den aktuellen Anforderungen des Berufsstandes sicherzustellen.
Dies bedeutet auch, dass das Zertifikat auf das gesamte Ausbildungsangebot des ISFB abgestimmt sein muss, dass erfahrene Referenten eingesetzt werden, die für die pädagogische Qualität bürgen, und dass das Feedback der Teilnehmer sowie der Partnerinstitutionen berücksichtigt wird.
Als Programmdirektor stelle ich sicher, dass jede Sitzung mit den Entwicklungen des Berufsstandes Schritt hält, begleite die Lernenden auf ihrem Weg und vertrete das Programm gegenüber den verschiedenen Interessengruppen.
Julien Froidevaux
Leiter Dienststelle Unabhängige Verwalter
Piguet Galland & Cie AG
„Unabhängig von ihrer spezifischen Position oder Funktion in Bankinstituten oder anderen Finanzintermediären spielen Verwaltungsassistenten eine absolut zentrale Rolle bei der Pflege der Kundenbeziehungen, insbesondere vor dem Hintergrund verschärfter regulatorischer Anforderungen.“
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