Weiterbildung

Vermitteln, inspirieren, begleiten: Das Engagement von Jan Grossen, Dozent im Rahmen des ISFB-Zertifikats «Assistent/in der Geschäftsleitung»

1. Juli 2025

Seit über zehn Jahren teilt Jan Grossen sein Fachwissen im Rahmen der Ausbildungen des ISFB. Als Dozent im Rahmen des Zertifikats «Assistent/in für Vermögensverwaltung» blickt er auf seinen Werdegang, sein Engagement in der Lehre, die Herausforderungen des Berufs und die konkreten Vorteile dieser Ausbildung zurück, die darauf ausgerichtet ist, die Entwicklung von Assistenten in der Vermögensverwaltung zu begleiten.

Jan Grossen, Sie sind Dozent am ISFB, wo Sie im Rahmen des ISFB-Zertifikats «Assistent/in für Betriebswirtschaft» unterrichten. Können Sie uns etwas über Ihre Erfahrungen als Dozent erzählen?

Als mir vor mehr als zehn Jahren angeboten wurde, an den Programmen des ISFB mitzuwirken, lehnte ich zunächst aus Zeitgründen ab. Aber schließlich gewann mein Wunsch, mein Wissen weiterzugeben, die Oberhand, und ich beschloss, mich darauf einzulassen. Da ich mir meiner pädagogischen Fähigkeiten nicht sicher war, habe ich mir eine einfache Regel auferlegt: Wenn das Feedback der Teilnehmer negativ ausfallen sollte, würde ich aufhören. Heute mache ich das seit mehr als zehn Jahren und habe immer noch genauso viel Freude daran.

Was mich motiviert, ist in erster Linie das Interesse und Engagement der Teilnehmenden. Sie stellen mir Fragen, die sich von denen unterscheiden, denen ich in meiner beruflichen Tätigkeit begegne, was mich dazu anspornt, mich ständig auf dem Laufenden zu halten. Jede neue Sitzung ist eine Gelegenheit für bereichernde Begegnungen, den Austausch von Erfahrungen und oft auch für eine grosse Befriedigung: die Befriedigung, neues Wissen vermittelt zu haben, das am Arbeitsplatz nützlich ist.

Können Sie uns etwas über Ihren akademischen und beruflichen Werdegang erzählen?

Ich begann meine Karriere in den 90er Jahren mit einer Banklehre bei der Schweizerischen Bankgesellschaft, die kurz darauf mit der Union de Banques Suisses fusionierte und zur UBS wurde.

Ich hatte das Glück, mich innerhalb dieser Institution weiterentwickeln zu können, insbesondere dank Vorgesetzten, die manchmal mehr an mich geglaubt haben als ich selbst. Nach mehreren internen Schulungen habe ich am ISFB das eidgenössische Diplom als Bankwirtschaftsspezialist erworben, was einen Wendepunkt in meiner Karriere als Kundenberater darstellte.

Dieser erste Erfolg motivierte mich, noch weiter zu gehen. Anschließend erwarb ich das Diplom als Finanz- und Anlageexperte, wodurch ich mich auf die Vermögensverwaltung für anspruchsvolle inländische Kunden spezialisieren konnte.

Angezogen von der Welt der Unternehmer habe ich mich dann beruflich auf die Beratung von Führungskräften und Unternehmern spezialisiert, zunächst bei UBS, dann bei Julius Bär, wo ich heute eine anspruchsvolle Kundschaft betreue.

Was sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen, denen Verwaltungsassistenten in ihrem Arbeitsalltag begegnen?

Assistenten der Geschäftsleitung sind weit mehr als nur administrative Hilfskräfte: Sie sind die eigentlichen COOs der Kundenbeziehungen. Sie müssen schnell auf Anfragen reagieren, IT-Tools und Prozesse beherrschen, die Vorschriften kennen, die Profile und Erwartungen der Kunden verstehen und ein effizientes internes Netzwerk pflegen.

Es handelt sich um eine anspruchsvolle Tätigkeit, die oft mit Druck verbunden ist und sowohl Sorgfalt, Anpassungsfähigkeit als auch gute Kenntnisse des Vermögensverwaltungsgeschäfts erfordert, um die Bedürfnisse des Beraters zu antizipieren und angemessen zu handeln.

Das ISFB-Zertifikat für Verwaltungsassistenten/innen wird in Kürze (September 2025) eingeführt. Inwiefern kann dieses Programm konkrete Lösungen bieten? Was sind Ihrer Meinung nach die Stärken und Besonderheiten, die den Reichtum und die Qualität dieses Programms ausmachen?

Dieses Zertifikat ermöglicht es den Assistenten, den Beruf des Beraters besser zu verstehen und somit dessen Erwartungen besser einschätzen zu können. Dank der Mitwirkung von aktiven Fachleuten erhalten die Teilnehmer einen konkreten Einblick in die Anforderungen der Vermögensverwaltung.

Über den technischen Aspekt hinaus ist dieses Programm auch ein echter Ort des Austauschs. Die Teilnehmer können ihre Erfahrungen teilen, ihre Praktiken vergleichen, mit den Referenten diskutieren und mit neuen Ideen und verstärkter Motivation nach Hause gehen. Es handelt sich um eine Schulung, die Wissen, Know-how und Inspiration vereint.

Jan Grossen

Vermögensverwalter
(Julius Bär)

„Managementassistenten sind weit mehr als nur administrative Hilfskräfte: Sie sind die eigentlichen COOs der Kundenbeziehung.“

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