Weiterbildung
Bankmanagement und Rhetorik: Der Ansatz von Matthieu Wildhaber im Rahmen des ISFB-Zertifikats
3. Oktober 2025
Mit seiner Erfahrung als Berater, Ausbilder und Kolumnist mit Schwerpunkt Rhetorik kommt Matthieu Wildhaber als Dozent für das Zertifikat Bankmanagement und Anpassungsfähigkeit zum ISFB. Sein Credo: Klarheit, Prägnanz und Präzision. In diesem Interview teilt er seine Vision vom Bankmanagement, dessen größte Herausforderungen und den Mehrwert, den dieses neue Programm bietet.
Matthieu Wildhaber, Sie sind seit kurzem als Dozent im Rahmen des ISFB-Zertifikats «Bankmanagement und Anpassungsfähigkeit» an der ISFB tätig. Was sind Ihre Erwartungen und welchen Ansatz werden Sie als Dozent verfolgen?
Mein Ziel ist einfach: Ich möchte Klarheit, Prägnanz und Präzision in eine Welt bringen, die sich gerne in Fachjargon ergeht. Allzu oft ist die Kommunikation von Führungskräften in Banken reine Formsache. Mein Ansatz ist praxisorientiert und basiert auf realen Situationen, mit denen Manager konfrontiert sind. Mit Hilfe von Rhetorik und Redekunst möchte ich den Teilnehmern Techniken vermitteln, mit denen sie ihre Ideen besser entwickeln, strukturieren und vermitteln können.
Können Sie uns etwas über Ihren akademischen und beruflichen Werdegang erzählen?
Ich habe einen Abschluss der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Neuenburg, wo ich bereits während meines Masterstudiums die Möglichkeit hatte, mich intensiv mit Rhetorik zu beschäftigen. Aus Leidenschaft und um eine Marktlücke zu schließen, gründete ich anschließend sofort meine eigene Beratungsfirma.
Als Spezialist für Rhetorik im Unternehmensbereich schule und berate ich heute meine Kunden im gesamten französischsprachigen Raum mit einem einzigen Ziel: eine klare, prägnante und präzise Kommunikation zu erreichen.
Neben meiner Kanzlei entschlüssele und analysiere ich als Radio- und Fernsehkommentator bei La Matinale von Radio Télévision Suisse und in der Sendung 52 Minutes des deux Vincent die öffentliche und politische Kommunikation in den Medien.
Ich hatte auch das Glück, ein Buch zu schreiben, das im Verlag Éditions Eyrolles in Paris erschienen ist und in dem ich einen praktischen Einblick in die Rhetorik im Unternehmen gebe.
Abschließend unterrichte ich Rhetorik an der Hochschule in einem Semesterkurs, der sich mit der Präzision von Worten befasst.
Was sind Ihrer Meinung nach derzeit die größten Herausforderungen im Bereich Bankmanagement?
Die erste Herausforderung ist die Verwässerung der Botschaft. Wir reden zu viel, sagen zu viel und erzielen dabei nur mittelmäßige Ergebnisse. In Unternehmen besteht ein echter Bedarf an Klarheit und Prägnanz, insbesondere in einem Umfeld, in dem es immer mehr Vorschriften, Akteure und damit auch Kommunikation gibt.
Ein zweiter Punkt, der mir wichtig erscheint: Banken werden oft als kalt, rational und manchmal realitätsfern wahrgenommen. Ohne Emotionen gibt es jedoch keine Zustimmung zum Diskurs.
Und schließlich die dritte Herausforderung: der Ruf des Managements. Jeder Manager in jedem Unternehmen muss auf seine Reputationsstrategie achten. In einer Zeit, in der jeder ständig über alles spricht, ist dies ein Schlüsselelement, um zu inspirieren und zu vereinen.
Vor kurzem hat eine neue Runde des ISFB-Zertifikatsprogramms „Bankmanagement und Anpassungsfähigkeit” begonnen. Inwiefern kann dieses Programm konkrete Lösungen bieten? Was sind Ihrer Meinung nach die Stärken und Besonderheiten, die den Reichtum und die Qualität dieses Programms ausmachen?
Dieses Programm bringt kluge Köpfe aus verschiedenen Bereichen zusammen, von Finanzen über Kommunikation bis hin zu Führungsaufgaben, was für den Lernprozess unverzichtbar ist. Diese Vielfalt ermöglicht es, Managementfragen aus mehreren sich ergänzenden Blickwinkeln zu betrachten und Ansätze zu öffnen, was die komplexe Realität des aktuellen Bankwesens widerspiegelt.
Dieses Zertifikat bildet keine Ausführenden, sondern Denker und Entscheidungsträger aus. Die Teilnehmer werden durch praktische Fälle, den Austausch unter Gleichaltrigen und die Mitwirkung von Experten aus der Praxis in Situationen versetzt, in denen sie kritisch denken und Entscheidungen treffen müssen. So erwerben sie nicht nur technische Kompetenzen, sondern entwickeln auch eine strategische Vision, relationale Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, die in einem sich ständig wandelnden Sektor unerlässlich sind.
Matthieu Wildhaber
Berater und Sparringspartner für Rhetorik | Radio- und Fernsehkommentator | Autor
„Durch Rhetorik und Redekunst möchte ich den Teilnehmern Techniken vermitteln, mit denen sie ihre Ideen besser durchdenken, strukturieren und vermitteln können.“
Dienstleistungen für Mitglieder im Zusammenhang mit den in diesem Interview behandelten Themen
