Das ISFB-Observatorium für Bank- und Finanzkompetenzen nimmt seine Arbeit auf

3. März 2026

Die im November 2025 anlässlich der ISFB-Soirée in Genf angekündigte Gründung des ISFB-Observatoriums für Bank- und Finanzkompetenzen ist ein wichtiger Schritt für die Positionierung des ISFB als Referenzzentrum für die Antizipation von Entwicklungen in diesem Sektor im Hinblick auf die Kompetenzentwicklung und Beschäftigungsfähigkeit in der Westschweiz. Das Observatorium ist als eine Art Think- und Do-Tank konzipiert und hat die Aufgabe, den Wandel in den Berufen zu analysieren, neue Kompetenzen zu identifizieren und strategische Entscheidungen von Finanzinstituten in den Bereichen Personalwesen und Ausbildung zu beleuchten.

Am 3. März 2026 fand die erste Koordinierungssitzung zwischen den Banken statt, womit die operative Phase der Arbeiten begann. Das Observatorium stützt sich auf ein Kollektiv von acht Gründungsbanken: BCGE, Pictet, Lombard Odier, Mirabaud, Bordier, Indosuez Wealth Management (Schweiz), Union Bancaire Privée (UBP) und EFG Bank. In Zusammenarbeit mit akademischen Partnern, darunter die Fakultät für Psychologie und Erziehungswissenschaften (FPSE) der Universität Genf, hat es sich zum Ziel gesetzt, Studien, Umfragen und Publikationen zu erstellen, die die Debatte anregen, Maßnahmen lenken, die Beschäftigungsfähigkeit nachhaltig stärken und zur Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Westschweiz beitragen sollen.

Eine Sitzung mit Schwerpunkt auf Methode und Prioritäten

Vertreter von Bankinstituten, HR-Spezialisten und Fachexperten haben die Arbeitsschwerpunkte für 2026, die ersten Ergebnisse der vom FPSE durchgeführten Dokumentenanalyse, den Zeitplan für die 2026 geplanten Branchenumfragen, das Projekt zur Überarbeitung und Weiterentwicklung des ISFB-Referenzrahmens für wichtige Funktionen sowie die Modalitäten für die Verbreitung der Ergebnisse in der Branche geprüft. Der Austausch ermöglichte es, den methodischen Rahmen zu präzisieren, die Zuständigkeiten zu klären und den gewählten gemeinsamen Ansatz zu bestätigen.

Drei vorrangige Ziele für 2026 festgelegt

Im Jahr 2026 wird die Beobachtungsstelle drei vorrangige Projekte durchführen:

  1. Durchführung spezifischer Branchenumfragen zum Thema Kompetenzen: Es werden mehrere Branchenumfragen bei Einrichtungen und Fachleuten der Branche durchgeführt, um berufliche Entwicklungen, vorrangige Kompetenzen und neue Bedürfnisse zu ermitteln. Jede Umfrage mündet in einer strukturierten Zusammenfassung für Entscheidungsträger und Personalverantwortliche, die als Grundlage für strategische Überlegungen und die Ausbildungspolitik dient.
  2. Öffnung des ISFB-Referenzsystems für wichtige Bankfunktionen für die Öffentlichkeit und Integration von Podcasts: Das ISFB-Referenzsystem für wichtige Funktionen, das bisher ausschließlich intern zur Analyse und Strukturierung der Marktbedürfnisse verwendet wurde, wird mit den Tools zur Kompetenzbilanzierung verknüpft, die insbesondere im Rahmen von beruflichen Übergängen eingesetzt werden. Nach Überarbeitung des Inhalts durch den interbankären Ausschuss des Observatoire wird bis Ende Sommer 2026 eine dynamische Version des Referenzsystems für die breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Ansatz ist evolutiv: Das Referenzsystem wird regelmäßig aktualisiert, um den technologischen, regulatorischen und organisatorischen Veränderungen des Sektors Rechnung zu tragen. Begleitet wird diese Überarbeitung von einer Reihe von Inhalten, die sich speziell mit den verschiedenen Berufen befassen, insbesondere in Form von Podcasts. Diese Beiträge veranschaulichen berufliche Laufbahnen, zeigen die Entwicklung von Kompetenzen auf und ergänzen die Analysen, die in den ISFB Insight-Publikationen zu den Bildungswissenschaften und den Veränderungen in den Bankberufen entwickelt wurden.
  3. Fortsetzung der Forschung zur Identifizierung aufkommender Veränderungen: Das Observatoire wird seine Arbeit zur Identifizierung aufkommender Veränderungen im Bankwesen und zur Analyse ihrer Auswirkungen auf die verschiedenen Geschäftsbereiche in Zusammenarbeit mit seinen akademischen Partnern fortsetzen. Die untersuchten Themen umfassen insbesondere die Digitalisierung und künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit sowie die Entwicklung der Kundschaft und des Arbeitsmarktes. Die Methodik kombiniert die dokumentarische Analyse von Branchenberichten und internationalen Studien mit Einzelinterviews und Fokusgruppen, die mit wichtigen Akteuren der Branche durchgeführt werden.

Eine bestätigte kollektive Dynamik

Das Observatorium tritt nun in eine aktive und strukturierte Produktionsphase ein. Es soll sich schrittweise als Anlaufstelle für das Verständnis, die Vorausschau und die Steuerung von Kompetenzen für den Bank- und Finanzsektor in der Westschweiz etablieren. Durch die Konsolidierung von Analysen, die Objektivierung von Trends und die Bereitstellung konkreter und evolutiver Instrumente will das Observatoire gemeinsam mit anderen spezialisierten Akteuren dazu beitragen, das Kompetenzmanagement von morgen nachhaltig zu strukturieren und die Institutionen bei ihren strategischen Entscheidungen zu begleiten.

ISFB-Beobachtungsstelle für Bank- und Finanzkompetenzen

„Als Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen Banken und Hochschulen nimmt das ISFB-Observatorium für Bank- und Finanzkompetenzen nun seine Arbeit auf. Es hat sich zum Ziel gesetzt, Veränderungen in den Berufsfeldern zu antizipieren, neue Kompetenzen zu identifizieren und den Finanzinstituten in der Romandie strukturierte Anhaltspunkte für eine nachhaltige Steuerung der Beschäftigungsfähigkeit und Leistungsfähigkeit zu liefern.“

Mathias Baitan, Generaldirektor ISFB
05.05.2026, 14:49:18 Uhr