Ausstrahlung des Netzwerks – Beitrag zur akademischen Forschung
Digitales Benchmarking der Schweizer und Liechtensteiner Akteure im Privatbankwesen
21. Dezember 2023
Digitale Schnittstellen gewinnen im Private Banking aufgrund des nationalen und internationalen Wettbewerbs sowie der neuen „Digital-First“-Marktteilnehmer kontinuierlich an Bedeutung. Um einen Überblick über dieses Thema auf dem Schweizer und Liechtensteiner Markt zu geben, hat e.foresight (ein Trendscout für den Bankensektor, der zu Swisscom gehört) 2023 in Zusammenarbeit mit der Haute école de gestion de Genève (HEG) und dem Institut Supérieur de Formation Bancaire (ISFB) eine wiederkehrende Studie ins Leben gerufen. Die Studie „e.foresight digital private banking benchmarking” liefert eine Analyse der aktuellen und zukünftigen Funktionen, die von den Kundenschnittstellen der in der Schweiz und Liechtenstein tätigen Private-Banking-Akteure abgedeckt werden. Anhand eines systematischen Fragebogens, der von den teilnehmenden Banken ausgefüllt wird, werden die relevanten Funktionen in den Bereichen E-Banking, Mobile-Banking und Anwendungen für Beraterinnen und Berater (d. h. Anwendungen, die von Beraterinnen und Beratern für physische Kundengespräche verwendet werden) analysiert. Die Umfrage umfasst Vermögensverwalter und Privatbanken sowie Universalbanken, die in diesem Segment tätig sind.
Wichtige Informationen
- Mit einer durchschnittlichen Abdeckung von 32 % der Funktionen über alle Kundeninteraktionskanäle hinweg gibt es noch viel Raum für digitale Weiterentwicklung. Während die digitalen Kundenschnittstellen der Privatbanken heute hauptsächlich administrative Dienstleistungen abdecken, wird ihre Relevanz für die Kerndienstleistungen der Vermögensverwaltung in Zukunft zunehmen. Dazu gehören digitale Funktionen im Zusammenhang mit Verwaltungs- und Beratungsmandaten.
- Mittlere und große Universalbanken sind führend in Bezug auf die Abdeckung digitaler Funktionen. Sie profitieren von Skaleneffekten, die sich aus digitaleren Interaktionsmodellen in ihrem Privatkundengeschäft ergeben . Obwohl sie derzeit im Durchschnitt nur etwa 25 % der Funktionen abdecken, sind mittelgroße und große Vermögensverwalter das Segment, das in naher Zukunft die meisten Funktionen (etwa 15 %) implementieren will. Dieses Segment dürfte daher kurzfristig das dynamischste in Bezug auf die Digitalisierung der Kundenschnittstelle sein.
- Die am stärksten digitalisierten Institutionen orientieren sich eindeutig an einem hybriden Servicemodell, bei dem die meisten Dienstleistungen über digitale Kanäle zugänglich sind (einschließlich und in zunehmendem Maße auch Dienstleistungen im Zusammenhang mit diskretionären Mandaten und Beratungsleistungen). Andere Akteure werden sich an ein „Physical-First”-Interaktionsmodell halten und gleichzeitig in neue Funktionen investieren, um das Kundenerlebnis in bestimmten Bereichen zu verbessern.
- Eine zusätzliche Umfrage im Rahmen dieser Studie befasst sich mit den Funktionen der digitalen Nachhaltigkeit in Online-Banking-Diensten, Berateranwendungen und rein internen (nicht kundenorientierten) Anwendungen. Die meisten der untersuchten Nachhaltigkeitsfunktionen beschränken sich derzeit auf rein interne Anwendungen und spielen auf der Kundenseite noch keine bedeutende Rolle. Allerdings werden in den nächsten Jahren insbesondere von den größten Vermögensverwaltern erhebliche Investitionen getätigt, wodurch eine verstärkte Dynamik für digitale Interaktionen mit Kunden im Bereich der Nachhaltigkeit entsteht.
Das vollständige anonyme Studiendokument ist nur für teilnehmende Einrichtungen zugänglich. Bei Fragen oder für weitere Informationen zu den Studienergebnissen wenden Sie sich bitte an Simon Ruettimann (e.foresight, simon.ruettimann@swisscom.com).
Wiederkehrende Studie, durchgeführt von e.foresight in Zusammenarbeit mit der Haute école de gestion de Genève (Hochschule für Wirtschaft Genf) und dem Institut Supérieur de Formation Bancaire (Hochschule für Bankwesen)
Autoren
Simon Ruettimann
Prof. Dr. Anjeza Kadili
15. Dezember 2023
Strategischer Tätigkeitsbereich 4
Beitrag zur Bekanntheit des Netzwerks
Als Berufsverband agiert das ISFB in einem Ökosystem, das sich aus zahlreichen Akteuren zusammensetzt: einerseits aus den Mitgliedsinstituten, ihren Mitarbeitenden und der an Bank- und Finanzwesen allgemein interessierten Öffentlichkeit, andererseits aus öffentlichen und privaten Akteuren, Ausbildungszentren und Universitäten, die in den Bereichen Aus- und Weiterbildung sowie Karriereentwicklung und -beratung tätig sind. Allen gemeinsam ist, dass sie im Bereich des Bank- und Finanzkompetenzmanagements tätig sind.
