Karriereentwicklung
Führung und Kompetenzentwicklung: Die Schlüssel zum Erfolg laut Cynthia O’Gorman Schem
17. Dezember 2025
In diesem Interview spricht Cynthia O’Gorman Schem, Global Head of Human Resources bei Pictet, über die Bedeutung der Kompetenzentwicklung, der Führungsqualitäten und der Weiterbildung innerhalb der Bank. Sie erwähnt insbesondere die Beteiligung von Pictet am ISFB-Observatorium für Bank- und Finanzkompetenzen, das es ermöglicht, die Entwicklung der Berufe zu verfolgen und die Mitarbeitenden auf die Herausforderungen des Sektors vorzubereiten und gleichzeitig das Fachwissen und die HR-Praktiken des Finanzplatzes Genf zu stärken.
Cynthia O’Gorman Schem, Sie sind Global Head of Human Resources bei der Pictet Group. Wie wichtig ist die Kompetenzentwicklung in Ihrem Unternehmen?
Die Kompetenzentwicklung ist bei Pictet von zentraler Bedeutung. Wir verfügen über ein zentrales Learning & Development-Team und weitere Teams, die in die einzelnen Geschäftsbereiche integriert sind. So können wir unsere Prioritäten aufeinander abstimmen und gleichzeitig nah an den Bedürfnissen vor Ort bleiben. Wir stützen uns auf das 70-20-10-Modell: 70 % durch Erfahrung (z. B. Projekte), 20 % durch Exposition (Mentoring oder Feedback) und 10 % durch traditionelle Schulungen (Präsenz- oder Online-Schulungen).
Wie würden Sie die Managementphilosophie Ihrer Bank beschreiben?
Bei Pictet wird Management als eine wesentliche Aufgabe für die Führungskräfte von heute und morgen angesehen. Gutes Management bedeutet, Talente anzuziehen, zu fördern und zu halten. Unsere Manager verkörpern unsere Werte: Sie verbreiten unsere Kultur und unterstützen die Entwicklung ihrer Teams.
Das Management beginnt bereits bei der Einstellung, setzt sich fort mit klaren Zielen, einer sorgfältigen Einarbeitung und regelmäßigem Austausch: Feedback, Informationsaustausch und Entwicklungsgespräche.
Was erwarten Sie von Ihren Führungskräften in Bezug auf das Management und wie unterstützen Sie sie bei ihrer Ausbildung?
In den letzten Jahren haben wir viel in die Entwicklung von Führungskompetenzen investiert. So haben wir beispielsweise ein People Leadership Handbook erstellt, in dem die Erwartungen der Gruppe an unsere Führungskräfte festgehalten sind. Außerdem haben wir für alle Führungskräfte ein Ziel zum Thema „People Management” eingeführt und mit unserer Initiative „Upward Feedback” einen strukturierten 180°-Feedback-Prozess eingerichtet. Dies ermöglicht es den Mitarbeitern, ihren Manager zu bewerten, Stärken und Entwicklungspotenziale zu identifizieren und einen konstruktiven Dialog über Führungsqualitäten zu führen. Schließlich bieten wir spezielle Programme für neue Manager sowie gezielte Schulungen für diejenigen an, die bestimmte Kompetenzen (transformative Führung, Kommunikation, Führungsstärke usw.) vertiefen möchten.
Das ISFB hat kürzlichdas ISFB-Observatorium für Bank- und Finanzkompetenzen ins Leben gerufen, das Pictet zusammen mit anderen Finanzinstituten sponsert. Wie wichtig ist Ihrer Meinung nach die Entwicklung von Kompetenzen am Arbeitsplatz für Ihr Unternehmen, aber auch für den Finanzplatz?
In einer sich ständig verändernden Welt, die durch das Aufkommen der künstlichen Intelligenz geprägt ist, ist die Weiterentwicklung der Kompetenzen in unserem Sektor von entscheidender Bedeutung. Unsere Berufe werden sich weiterentwickeln, und auch wenn der Mensch weiterhin im Mittelpunkt unserer Tätigkeit steht, werden bestimmte Aufgaben automatisiert werden und unsere Arbeitsweise sich ändern müssen. Zu unseren Prioritäten muss es gehören, zu verstehen, wie wir diese neuen Technologien in unsere verschiedenen Berufe und Prozesse integrieren und unsere Mitarbeiter schulen können, ohne dabei die hohen Qualitätsstandards zu vernachlässigen, die den Finanzplatz Genf auszeichnen. Pictet feierte in diesem Jahr sein 220-jähriges Bestehen – wir haben uns an frühere Veränderungen angepasst und wollen auch für die nächsten Entwicklungen bereit sein.
Ihre Bank arbeitet regelmäßig mit dem ISFB zusammen. Welche Vorteile hat Ihre Bank von dieser Zusammenarbeit?
Unsere Zusammenarbeit mit dem ISFB ist langjährig und wertvoll. Sie erweitert unser Ausbildungsangebot und ergänzt unsere internen Programme: Viele Mitarbeitende besuchen dort Schulungen, um neue Kompetenzen zu erwerben, die sie dann in die Bank einbringen. Das Institut bietet uns auch einen Raum für den Austausch mit anderen Akteuren der Branche, was unsere Praktiken bereichert und unser gemeinsames Verständnis von HR- und Entwicklungsfragen stärkt.
Cynthia O’Gorman Schem
Global Head of Human Resources (Pictet)
„Gutes Führen bedeutet, Talente anzuziehen, zu fördern und zu halten. Unsere Manager verkörpern unsere Werte: Sie verbreiten unsere Kultur und unterstützen die Entwicklung ihrer Teams.“
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