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Interview mit Albert Gallegos, Dozent für Finanzplanung, Vorsorge und Schweizer Steuerwesen an der ISFB
1. März 2024
Herr Gallegos, Sie sind Dozent am ISFB, wo Sie Finanzplanung, Vorsorge und Schweizer Steuerwesen unterrichten. Können Sie uns etwas über Ihre Erfahrungen als Dozent erzählen?
Seit Beginn meiner Karriere bei der ISFB vor nunmehr 16 Jahren habe ich das Privileg, meine Leidenschaft für die Lehre mit meiner Expertise in den Bereichen Finanzplanung, Vorsorge und Schweizer Steuerwesen zu verbinden. Dank meiner abwechslungsreichen und vielfältigen beruflichen Laufbahn habe ich ein tiefgreifendes Verständnis für diese Bereiche entwickelt, insbesondere dank meiner früheren Erfahrungen bei zwei Banken und Versicherungsgesellschaften sowie meiner akademischen Ausbildung in Recht und Finanzen.
An der ISFB zu unterrichten bedeutet in erster Linie, den Studierenden nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch praktische Fälle aus meiner beruflichen Erfahrung zu vermitteln. Diese Symbiose aus Theorie und Praxis erweist sich als leistungsstarker Lernfaktor, der es den Studierenden ermöglicht, die Komplexität und die Zusammenhänge der behandelten Themen zu verstehen. Mein Hauptziel ist es, sie darauf vorzubereiten, sich den Herausforderungen der Finanzwelt selbstbewusst zu stellen, indem ich ihnen die notwendigen Werkzeuge und Strategien vermittle, um sich in diesem Umfeld erfolgreich zurechtzufinden.
Meine Erfahrung am Institut hat mir gezeigt, wie wichtig Anpassungsfähigkeit und die kontinuierliche Aktualisierung meines Wissens sind. Da sich der Finanzbereich ständig weiterentwickelt, ist es entscheidend, über die neuesten Trends, Gesetzesänderungen und technologischen Innovationen auf dem Laufenden zu bleiben. So kann ich nicht nur meine Kurse bereichern, sondern auch Fachleute aus der Branche in maßgeschneiderten Schulungen effektiv beraten.
Die Vielfalt der Teilnehmerprofile bereichert ebenfalls die Unterrichtserfahrung. Ob junge Absolventen oder erfahrene Fachleute – jeder bringt seine eigene Perspektive mit und schafft so ein dynamisches und interaktives Lernumfeld. Diese Interaktion fördert einen reichhaltigen Austausch und eine Vertiefung der behandelten Themen, sodass alle mit einem erweiterten Blickwinkel und vertieften Kenntnissen nach Hause gehen können.
Darüber hinaus habe ich dank meiner doppelten Erfahrung im Bank- und Versicherungswesen einen ganzheitlichen Ansatz für die Finanzplanung entwickelt. Das bedeutet, dass sich meine Kurse nicht auf einen einzigen Aspekt der Finanzwelt beschränken, sondern eine globale Sichtweise umfassen, einschließlich steuerlicher Auswirkungen, Vorsorgestrategien und bewährter Verfahren im Bereich der Vermögensverwaltung. Dieser ganzheitliche Ansatz ist unerlässlich, um Fachleute auszubilden, die in der Lage sind, umfassende und personalisierte Finanzberatung anzubieten.
Jeder Kurs ist für mich ein neues Abenteuer, eine Gelegenheit, die nächste Generation von Finanzfachleuten zu inspirieren und auszubilden, damit sie für die sich ständig verändernde Wirtschaftslandschaft gewappnet sind.
Können Sie uns etwas über Ihren akademischen und beruflichen Werdegang erzählen?
Ich bin Jurist mit Schwerpunkt Schweizer Recht und habe einen Master in internationalem Recht der Universität Lausanne, bin Rechtsanwalt mit Schwerpunkt peruanisches Recht und habe einen MBA der HEC-Unil Lausanne sowie ein Zertifikat in Entrepreneurship der Universität Neuenburg. Ich trage den Titel „Certified Wealth Management Advisor” (SAQ Swiss Association for Quality). Darüber hinaus habe ich ein Certificate of Advanced Studies (CAS) in Fusionen, Übernahmen und Unternehmensübertragungen der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Kantons Waadt erworben.
Neben meiner Tätigkeit als Dozent am ISFB veröffentliche ich regelmäßig Artikel (Bilan, PME Magazine, Le Temps und Tribune de Genève) zu Finanzfragen und leite Seminare und Konferenzen. Ich bin als Experte bei den Prüfungen für das eidgenössische Finanzberater-Diplom tätig.
Ich bin Leiter des Geschäftsbereichs „Wealth Solutions“ bei der BCGE. Außerdem bin ich Mitglied des Stiftungsrats der Pensionskasse der BCGE und des Anlageausschusses.
Schließlich bin ich Mitautor des Buches „Le guide de votre prévoyance” (Ihr Vorsorgeführer ) und habe gerade ein Buch mit dem Titel Le guide de vos finances personnelles.
Sie haben kürzlich gemeinsam mit Herrn Fontecave ein Buch verfasst. Was sind die wichtigsten Punkte darin?
Ja, zusammen mit meinem Co-Autor habe ich ein Buch über persönliche Finanzen veröffentlicht. Denn Finanzen betreffen uns alle, unabhängig von unserem Einkommen. Wir müssen regelmäßig finanzielle Entscheidungen treffen, die sich auf unsere Gegenwart, unsere Zukunft und unser Umfeld auswirken.
Dieser Leitfaden beantwortet Fragen, die früher oder später auftauchen, und veranschaulicht sie anhand konkreter Beispiele:
- Wie verwalte ich mein Budget?
- Wie kann man für mögliche Schicksalsschläge im Leben vorsorgen?
- Wie investiert man langfristig?
- Sollte ich mein Arbeitspensum reduzieren?
- Kann ich meine Steuern senken?
- Was sind die Vorteile des Zusammenlebens und die der Ehe?
- Was tun im Falle einer Scheidung?
- Wie plane ich meinen Ruhestand und meine Nachfolge richtig?
Wir haben die grundlegenden Prinzipien zu Vorsorge, Steuern, Anlagen, Immobilien, Ehe- und Erbrecht mit praktischen Instrumenten kombiniert, die fundierte Entscheidungen ermöglichen.
Unser Credo lautet: Genauso wie man kein Diplom in Automobiltechnik braucht, um Auto zu fahren, muss man auch nicht alles wissen, um finanzielle Freiheit zu erlangen: Dieses Buch liefert Ihnen die Schlüssel dazu!
Ein Teil Ihrer Aufgabe beim ISFB besteht darin, für die Mitglieder des Instituts maßgeschneiderte Schulungen durchzuführen, während ein anderer Teil darin besteht, im Rahmen der Weiterbildungszertifikate tätig zu werden. Wie unterscheiden Sie diese beiden Arten von Maßnahmen und wie läuft das ab?
Tatsächlich umfasst meine Aufgabe beim ISFB zwei Hauptbereiche, die sich gegenseitig ergänzen und bereichern. Einerseits kann ich durch maßgeschneiderte Schulungen für die Mitglieder des Instituts auf die spezifischen Bedürfnisse jedes einzelnen Fachmanns eingehen und ihnen eine personalisierte Lernerfahrung bieten, die direkt auf ihren Kontext anwendbar ist. Dies ist eine einzigartige Gelegenheit, enge Beziehungen zu den Mitgliedern aufzubauen und einen wesentlichen Beitrag zu ihrer beruflichen Entwicklung zu leisten.
Andererseits bietet mir die Teilnahme an den Weiterbildungszertifikaten die Möglichkeit, ein breiteres Publikum zu erreichen und grundlegende Kenntnisse in den Bereichen Finanzplanung, Vorsorge und Schweizer Steuerwesen zu vermitteln. Diese Sitzungen, die sich um bestimmte Module herum strukturieren, ermöglichen es, einem vielfältigen Kreis von Fachleuten wichtiges Wissen zu vermitteln und so ihre Kompetenzen und ihre Praxis zu bereichern.
Diese beiden Formen der Tätigkeit ergänzen sich harmonisch, sodass ich meinen Beitrag zur Weiterbildung leisten und gleichzeitig am Puls der Entwicklungen im Schweizer Finanzsektor bleiben kann.
Strategischer Tätigkeitsbereich 1
Weiterbildung
Das Institut hat sich zum Ziel gesetzt, die kollektiven und individuellen Kompetenzen des Bankensektors in der Romandie zu maximieren. Es bildet Spezialisten sowohl in technischen Bereichen als auch in Bezug auf ihre Management- und Interaktionskompetenzen aus.
Das Ausbildungsprogramm umfasst verschiedene Ausbildungsgänge in den Bereichen Wealth Management, Asset Management, Retail & Corporate Banking, Support & Back-Office, Recht, Risiko & Compliance sowie Management.

