Die ISFB-Interviews
Die Bedeutung von Dialog und Proaktivität
Sie sind seit vielen Jahren als Beraterin für Kompetenzbilanzen beim ISFB tätig. Könnten Sie uns Ihre Rolle näher erläutern?
Als Beraterin für ISFB-Kompetenzbilanzen besteht meine Aufgabe darin, den Begünstigten dabei zu unterstützen, sich in Bewegung zu setzen. In Zeiten des Wandels (Kündigung, Entlassung, Arbeitsunterbrechung usw.) neigt man nämlich oft dazu, sich an bestimmte starke Kompetenzen und als begrenzt empfundene Perspektiven zu klammern. Die ISFB-Kompetenzbilanz, die eine Bewertung der technischen Kenntnisse umfasst, eröffnet neue Möglichkeiten und bringt oft einen unsichtbaren Teil des Profils zum Vorschein. So identifizieren wir Kompetenzen, die auf andere Funktionen übertragbar sind, und arbeiten daran, die Erfahrungen des Einzelnen aufzuwerten.
Erinnern Sie sich an schöne Geschichten im Zusammenhang mit dieser Funktion?
Ja, mehrere Geschichten haben mich besonders beeindruckt, aber ich möchte vier Situationen nennen, denen ich regelmäßig begegne:
- Menschen, die am Ende der Bilanz strahlen und mir ihr Vertrauen in ihr Potenzial zum Ausdruck bringen, um auf Personalvermittler zuzugehen;
- Menschen, die von der Echtheit des Prozesses überrascht sind, von denen mir einige manchmal anvertrauen, dass selbst ihre Angehörigen sie nicht unter diesem Blickwinkel kennen;
- Personen, die traurig sind, weil sie nicht verstehen, warum mehrere Vorstellungsgespräche nicht zu einer Einstellung geführt haben, aber froh sind, zu verstehen, wie sie sich künftig besser darauf vorbereiten können;
- und Menschen, die sich beruflich besser kennenlernen und nun ihre Kompetenzen, aber auch ihre Verbesserungsmöglichkeiten und eventuelle berufliche Einschränkungen, die sich daraus ergeben können, besser einschätzen können.
Als Coach, aber auch als ehemalige Ausbildungsleiterin im Bankwesen, welche Ratschläge geben Sie Ihren Kunden in der Regel?
Ich habe festgestellt, wie wichtig der Dialog zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber für die Ermittlung der Kompetenzen im Rahmen einer beruflichen Laufbahn ist. Es geht nicht darum, einen Karriereplan festzulegen, wie man es sich früher vorstellen konnte, sondern sich über die jeweiligen Erwartungen und realistischen Perspektiven auszutauschen und konkrete Schritte zu deren Erreichung zu vereinbaren. Ich rate unseren Kunden daher, bei der Entwicklung ihrer fachlichen Kompetenzen proaktiv zu bleiben, wenn möglich mit der Unterstützung ihres Arbeitgebers und der Begleitung unserer Fachberater innerhalb des ISFB. Mehrere Banken bieten einen Katalog mit internen Schulungen an, die auf ihre Produkte und internen Strategien zugeschnitten sind, aber allgemeinere Schulungen sind in der Regel nicht im Katalog enthalten und müssen extern gesucht werden. Als Ausbildungsleiter bestand meine Aufgabe insbesondere darin, alle Führungskräfte dabei zu unterstützen, den Ausbildungsbedarf nicht nur für ihre Teammitglieder, sondern insbesondere für sich selbst zu ermitteln. So habe ich mehr als 300 Führungskräfte bei ihren Überlegungen begleitet. Dabei habe ich das ISFB entdeckt und mich entschlossen, dort eine Kompetenzbilanz erstellen zu lassen, um es besser zu verstehen. Ironischerweise habe ich mich nach dieser Kompetenzbilanz dazu entschlossen, Coach zu werden und meine Leidenschaft für die Begleitung von Menschen zu meinem Hauptberuf zu machen. Heute arbeite ich für das ISFB und begleite Menschen speziell im Bankwesen.
Marie Herbinière
Beraterin für Kompetenzbilanzen ISFB
„Meine Aufgabe besteht darin, den Begünstigten dabei zu unterstützen, sich in Bewegung zu setzen.“
„Meine Aufgabe besteht darin, den Begünstigten dabei zu unterstützen, sich in Bewegung zu setzen.“
Diese Themen könnten Sie interessieren
Interview mit Caroll Singarella, Leiterin der Abteilung für Beschäftigungsmaßnahmen bei der OCE
Strategischer Tätigkeitsbereich 1
Weiterbildung
Das Institut hat sich zum Ziel gesetzt, die kollektiven und individuellen Kompetenzen des Bankensektors in der Romandie zu maximieren. Es bildet Spezialisten sowohl in technischen Bereichen als auch in Bezug auf ihre Management- und Interaktionskompetenzen aus.
Das Ausbildungsprogramm umfasst verschiedene Ausbildungsgänge in den Bereichen Wealth Management, Asset Management, Retail & Corporate Banking, Support & Back-Office, Recht, Risiko & Compliance sowie Management.
