Die ISFB-Interviews
Interview mit Nicolas Vialis, Dozent am ISFB für die Rezertifizierungsprogramme SAQ, CFA und CAIA
3. Dezember 2023
Nicolas Vialis ist seit vielen Jahren am Institut als Dozent und Coach tätig. Er hat sich zu einem Interview bereit erklärt und gibt uns einen Einblick in seinen facettenreichen Werdegang.
Herr Vialis, Sie sind Dozent am ISFB, wo Sie im Bereich Finanzen unterrichten. Können Sie uns etwas über Ihre Erfahrungen als Dozent erzählen?
Ich unterrichte alle Themen rund um Portfoliomanagement, Makroökonomie, Anlageklassen, Derivate/strukturierte Produkte, Fonds usw. Ich bin sowohl Generalist als auch Spezialist, was mir ermöglicht, diese Themen auf verschiedenen Ebenen zu unterrichten, beispielsweise in sehr spezialisierten Ausbildungen wie CFA oder CAIA oder in eher allgemein gehaltenen Ausbildungen. Das ist meine Vielseitigkeit in der Finanzwelt. In meiner Funktion als ISFB-Dozent, aber auch als ISFB-Coach bin ich regelmäßig bei Kunden tätig, um Spezialisten individuell bei der Vorbereitung auf ihre Prüfungen zu unterstützen, damit sie das ISFB-Zertifikat für Private Banking oder die SAQ CWMA-Zertifizierung erhalten. Ich zögere nie, meine Vorträge mit praktischen Beispielen und Erfahrungen aus dem Alltag zu untermalen, um das Interesse meiner Zuhörer zu wecken.
Ich unterrichte zum Beispiel Verhaltensökonomie, ein Thema, das für die Teilnehmer oft neu ist, aber dennoch spannend, da es nah an dem ist, was in einer Kundenbeziehung passiert. Dieses Thema eignet sich für viele praktische Beispiele, in denen wir all unsere schlechten Gewohnheiten und kognitiven Verzerrungen wiederfinden, wenn wir vor einer Entscheidung stehen.
Ich finde es immer besonders spannend, ein Publikum mit unterschiedlichen Interessen und Kenntnissen kennenzulernen und mich an das geforderte Niveau anzupassen. Schließlich bin ich auch als Jurymitglied bei der Verteidigung von Abschlussarbeiten tätig. Es ist immer sehr interessant, begeisterten Studenten zuzuhören, die ihre Forschungsarbeiten verteidigen, an denen sie oft mehrere Monate lang gearbeitet haben.
Können Sie uns etwas über Ihren akademischen und beruflichen Werdegang erzählen?
Ich habe einen Abschluss der EPFL, wo ich gelernt habe, Roboter zu programmieren und Teile zu bearbeiten. Aufgrund meines Studiums war ich natürlich prädestiniert dafür, Mikrotechnikingenieur zu werden. Aber ich muss zugeben, dass sich meine technischen Kenntnisse in diesem Bereich heute auf den Aufbau von Möbeln mit schwedischen Namen beschränken, die ich manchmal nur schwer aussprechen kann.
Nach Praktika bei Ferrier Lullin habe ich mich schnell für den Bereich Investment entschieden und beschlossen, mein Studium an der HEC Lausanne fortzusetzen, um einen Master in Finanzingenieurwesen zu erwerben. Anschließend habe ich meine Spezialisierung durch den CFA und den CAIA vertieft, was eine echte Herausforderung war. Seitdem halte ich mich ständig auf dem Laufenden, indem ich Diplome wie das CFA ESG (für das ich übrigens als Dozent am ISFB tätig bin) oder nachhaltige Finanzen absolviere.
Mein beruflicher Werdegang ist reich an unterschiedlichen Erfahrungen. Ich begann meine Karriere bei Ferrier Lullin, wo ich meine erste M&A-Erfahrung bei der Übernahme durch die Julius Bär Gruppe machte. Anschließend arbeitete ich für UBS im Bereich Advisory. Danach verbrachte ich einige Jahre bei Pictet in der Forschungsabteilung. Ich war Mitglied des Investitionsausschusses und lernte viel durch den Kontakt mit den Ökonomen der Privatbank und dem damaligen CIO, Yves Bonzon, dessen umfassendes Allgemeinwissen mich beeindruckte. Danach wandte ich mich kleineren Unternehmen zu, insbesondere externen Vermögensverwaltern. Bei Bruellan verbrachte ich die besten Jahre meines Berufslebens und arbeitete mit Florian Marini, der übrigens auch Dozent am ISFB ist, an der Auflegung und Verwaltung von Aktienfonds, insbesondere für die Schweiz.
Durch meine verschiedenen Lehrtätigkeiten hat sich mein Netzwerk erweitert, und ich bin immer wieder überrascht, wenn ich im Zug oder Bus jemanden treffe, den ich in einem dieser Rahmen als Lehrer hatte. Einige erinnern mich gerne an einige meiner berühmten pädagogischen Anekdoten.
Ein Großteil Ihrer Aufgabe innerhalb des ISFB besteht darin, den Mitgliedern des Instituts maßgeschneiderte Schulungen anzubieten. Wie läuft das ab?
Der Schulungsbedarf der institutionellen Mitglieder wird zentral vom ISFB-Engineering erfasst und analysiert, das als Drehscheibe für die Konzeption und Verteilung fungiert. Je nach den angestrebten pädagogischen Zielen und wenn ich den Anforderungen entspreche, wird mir der Auftrag übertragen. Ich erstelle dann den Kurs entsprechend den Anforderungen des Kunden und halte ihn in dessen Räumlichkeiten oder in unseren Räumlichkeiten innerhalb des Instituts. Es handelt sich um einen iterativen Prozess, der es ermöglicht, auf die spezifischen Bedürfnisse der Mitglieder in Bezug auf die Kompetenzentwicklung einzugehen und dabei auf den Kompetenzpool des Instituts und die Synergien zurückzugreifen, die es im Laufe der fast 40 Jahre innerhalb seines Ökosystems entwickelt hat.
Nicolas Vialis
Dozent ISFB
„Ich gestalte den Kurs entsprechend den Anforderungen des Kunden und halte ihn entweder in dessen Räumlichkeiten oder in unseren Räumlichkeiten im Institut ab.“
Strategischer Tätigkeitsbereich 1
Weiterbildung
Das Institut hat sich zum Ziel gesetzt, die kollektiven und individuellen Kompetenzen des Bankensektors in der Romandie zu maximieren. Es bildet Spezialisten sowohl in technischen Bereichen als auch in Bezug auf ihre Management- und Interaktionskompetenzen aus.
Das Ausbildungsprogramm umfasst verschiedene Ausbildungsgänge in den Bereichen Wealth Management, Asset Management, Retail & Corporate Banking, Support & Back-Office, Recht, Risiko & Compliance sowie Management.