Schweizerische und internationale Zertifizierungen
Rezertifizierung – Finanztechniken: eine Gelegenheit, Theorie und Praxis zu verbinden. Interview mit Yves Maeder
7. November 2025
Yves Maeder ist Dozent am ISFB und teilt seine Erfahrungen als Ausbilder im Rahmen des Rezertifizierungsseminars «Finanztechniken» mit den Teilnehmern. Als langjähriger selbstständiger Vermögensverwalter bietet er den Teilnehmern einen konkreten und interaktiven Ansatz, der auf Praxis und Austausch basiert, um die Theorie mit der Realität vor Ort zu verbinden.
Yves Maeder, Sie sind Dozent am ISFB, wo Sie im Rahmen des Rezertifizierungsseminars „Finanztechniken” unterrichten. Können Sie uns etwas über Ihre Erfahrungen als Dozent erzählen?
Da ich keinen traditionellen akademischen Bildungsweg eingeschlagen habe, musste ich Umwege gehen, die mich dazu veranlassten, meine Ausbildung neben meiner Arbeit fortzusetzen. So kam ich in den Genuss der Vorteile von Schulungen, die von Referenten durchgeführt wurden, die selbst in ihrem Bereich tätig sind. Dieser praktische Aspekt hat mich überzeugt, und viele Jahre später habe ich meinerseits die Gelegenheit genutzt, mein Wissen parallel zu meiner beruflichen Tätigkeit weiterzugeben. Als selbstständiger Geschäftsführer ermöglicht mir der Kontakt zu anderen Geschäftsführern, die die gleiche Tätigkeit ausüben, nicht nur, bestimmte Kenntnisse weiterzugeben, sondern vor allem den Austausch zwischen den Teilnehmern zu fördern und sie zum Dialog untereinander anzuregen. Ich bin nämlich überzeugt, dass theoretische Konzepte viel besser verstanden werden, wenn sie auf praktischen Beispielen basieren und aus dem Austausch und der Interaktivität resultieren.
Können Sie uns etwas über Ihren akademischen und beruflichen Werdegang erzählen?
Nachdem ich meine Handelsschule in Neuenburg abgeschlossen hatte, nahm ich, motiviert durch den Wunsch, eine zweite Sprache zu lernen, die erste Stelle an, die mir angeboten wurde. So begann ich eher zufällig bei der Crédit Suisse in Zürich im Backoffice der Optionsbörse (heute Eurex) zu arbeiten. Das war kurz vor dem Börsencrash von 1987, und diese Erfahrung war für mich ein Auslöser. Das Finanzwesen faszinierte mich. Wie bereits erwähnt, setzte ich meine Ausbildung berufsbegleitend an der ESCEA in Lausanne fort, die heute die Haute Ecole de Gestion du Canton de Vaud ist, und schloss meine Laufbahn mit dem Diplom als Finanzanalyst (CFPI/AZEK) in Genf ab, um mir die notwendigen theoretischen Kenntnisse anzueignen, um meine Kunden bestmöglich beraten und begleiten zu können. Ich habe stets versucht, mich weiterzubilden, und auch heute noch interessiere ich mich für alle Entwicklungen und Veränderungen, die die Finanzbranche prägen. Nach fast 15 Jahren als unabhängiger Vermögensverwalter motiviert mich diese Erfahrung mehr denn je, anderen zuzuhören und offen für den Austausch zu sein – Eigenschaften, die ich bei meinen Vorträgen an der ISFB besonders hervorheben möchte.
Was sind heute die größten Herausforderungen für Fachleute im Bank- und Vermögensverwaltungsbereich, die eine solche Aktualisierung ihrer Kompetenzen erforderlich machen?
Zweifellos die Veränderung. Angesichts der ständigen Weiterentwicklung in diesem Bereich seit mehreren Jahren ist es unerlässlich, sich ständig auf dem Laufenden zu halten. Wenn man mit Leidenschaft dabei ist, macht das Spaß, und diese Freude zu teilen, ist inspirierend. So hat beispielsweise die Einführung der SAQ-Zertifizierung und der anschließende Rezertifizierungsprozess, der zur Aufrechterhaltung dieser Akkreditierung erforderlich ist, viele Portfoliomanager dazu veranlasst, sich mit Verhaltensökonomie zu beschäftigen, sich dafür zu interessieren und schließlich dafür zu begeistern. Weiterbildungen ermöglichen es oft auch, bestimmte Facetten des Berufs wiederzuentdecken, die man bisher nur wenig oder gar nicht kannte. Eine Rezertifizierung bietet über die reine Aktualisierung der Kompetenzen hinaus die Möglichkeit, neue Kompetenzen zu erforschen und andere weiterzuentwickeln.
Das Rezertifizierungsseminar „Finanztechniken” des ISFB beginnt in Kürze (25.11.2025). Inwiefern kann dieses Programm konkrete Lösungen bieten? Was sind Ihrer Meinung nach die Stärken und Besonderheiten, die den Reichtum und die Qualität dieses Programms ausmachen?
Dieses Seminar zur Rezertifizierung in Finanztechniken ermöglicht es den Teilnehmern, ihr Wissen in einem sich ständig weiterentwickelnden Bereich auf dem neuesten Stand zu halten. Um dies zu erreichen, ist es oft notwendig, bestimmte Grundlagen zu festigen, bevor man weitergeht. Der Rückgriff auf eine zentralisierte Verwaltung in vielen Instituten hat beispielsweise dazu geführt, dass bestimmte Grundkonzepte der Portfolioverwaltung von Vermögensverwaltern nicht mehr regelmäßig angewendet werden. Gleichzeitig sind die Kunden dank der Digitalisierung heute viel besser informiert als früher und stellen höhere Anforderungen. Daher ist es für einen Vermögensverwalter unerlässlich geworden, sein Wissen kontinuierlich aufzufrischen. Dies im Rahmen eines Rezertifizierungsseminars zu tun, bietet eine hervorragende Gelegenheit, durch Austausch und Interaktivität Theorie und Praxis miteinander zu verbinden. Es ist eine einfache, effektive und angenehme Möglichkeit, sich auf dem Laufenden zu halten.
Yves Mader
Unabhängiger Geschäftsführer (Kessler Gestion SA)
„Für einen Manager ist es mittlerweile unerlässlich, sein Wissen kontinuierlich aufzufrischen. Dies im Rahmen eines Rezertifizierungsseminars zu tun, bietet eine hervorragende Gelegenheit, dank Austausch und Interaktivität Theorie und Praxis miteinander zu verbinden.“
