ISFB Insight
Generative KI: Was die Forschung bereits über die Arbeitswelt sagt
28. April 2026
Generative KI verspricht Zeitersparnis. Doch wie wirkt sie sich tatsächlich auf die Arbeit, die Motivation, die Eigenständigkeit und das berufliche Urteilsvermögen aus? In einer Veröffentlichung des ISFB-Observatoriums für Bank- und Finanzkompetenzen analysiert Stéphane Bonzon, Psychologe am ISFB, was erste Forschungsergebnisse bereits erkennen lassen.
Generative KI wird oft als Produktivitätshebel dargestellt. Sie ermöglicht es, schneller zu produzieren, mehr Inhalte zu erstellen und bestimmte Aufgaben zu automatisieren. Doch dieses Versprechen sagt nicht alles aus.
In einer aktuellen Veröffentlichung des ISFB-Observatoriums für Bank- und Finanzkompetenzen geht Stéphane Bonzon, Psychologe am ISFB, darauf ein, was die Forschung bereits über die Auswirkungen generativer KI am Arbeitsplatz aussagt. Seine Analyse zeigt, dass zwar Vorteile bestehen, diese jedoch von den Aufgaben, dem Fachwissen und dem Anwendungsumfeld abhängen. (Bonzon, S., 2026, Generative KI und Arbeit: Jenseits des Lärms – was die Forschung bereits zeigt, ISFB-Beobachtungsstelle für Bank- und Finanzkompetenzen)
Diese Lektüre ist insofern interessant, als sie die Debatte in eine neue Richtung lenkt. Generative KI verändert nicht nur die Arbeitsmittel. Sie wirft auch Fragen hinsichtlich der Arbeitsbelastung, des Technostresses, des Kompetenzgefühls, der Eigenständigkeit und der Urteilsfähigkeit auf.
Für den Bankensektor sind diese Fragen von entscheidender Bedeutung. In einem Umfeld, in dem Verantwortung, Compliance und menschliche Aufsicht nach wie vor im Mittelpunkt stehen, darf KI nicht lediglich als reines Effizienzinstrument betrachtet werden.
Sie zwingt dazu, anders auszubilden: nicht nur im Hinblick auf die Anwendung, sondern auch auf die Grenzen, Risiken und Voraussetzungen einer gewahrten fachlichen Urteilskraft.
Stéphane Bonzons Veröffentlichung stellt die generative KI nicht dramatisch dar. Sie hilft dabei, die richtigen Fragen auf der richtigen Ebene zu stellen: der Ebene der Kompetenzen, der Anwendungsmöglichkeiten und der menschlichen Verantwortung.
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