ISFB Insight
Bankgrundlagen – eine berufliche Anforderung
9. Juli 2026
Im Bankwesen sind die Grundlagen nach wie vor entscheidend. Julien Froidevaux, Leiter des ISFB-Zertifikats „Private Banking“ und des ISFB-Zertifikats „Verwaltungsassistent/in“, erläutert, an welche Zielgruppen sich diese Ausbildungsgänge richten und warum sie nützliche Anhaltspunkte bieten, die weit über die Aufgaben im Kundenkontakt hinausgehen.
Julien Froidevaux, Sie leiten den ISFB-Zertifikatslehrgang „Private Banking“ und den ISFB-Zertifikatslehrgang „Verwaltungsassistent/in“. Welchen Anforderungen in den Banken entsprechen diese beiden Ausbildungswege heute?
Diese beiden Zertifikate dienen einem ganz einfachen Zweck: den Teilnehmern einen klaren Überblick über die Funktionsweise des Bankwesens, die Produkte, die regulatorischen Auflagen und die Kundenbeziehung zu vermitteln. Es handelt sich um Schulungen auf Grundlagenebene, wobei „Grundlagen“ jedoch nicht mit „elementar“ verwechselt werden dürfen. Im Bankwesen sind die Grundlagen anspruchsvoll. Sie müssen solide sein, verstanden werden und einen direkten Bezug zur Praxis haben. Genau darin liegt der Sinn dieser Kurse: eine enge Verbindung zwischen Theorie und Praxis aufrechtzuerhalten – mit Referenten, die das Fachgebiet kennen, und Teilnehmern, die ihre Fragen aus der Praxis mitbringen.
Diese Zertifikate vermitteln zunächst einmal solide Grundlagen. An wen richten sie sich: junge Absolventen mit Berufs- oder Maturitätsabschluss ohne Bankausbildung, Mitarbeiter aus anderen Berufsfeldern, Mitarbeiter in Querschnittsfunktionen, externe Berater?
Sie sind genau auf diese Zielgruppen zugeschnitten. Wer mit einer Berufs- oder Matura in eine Bank kommt, aber keine bankfachliche Grundausbildung hat, benötigt ein Fundament, um zu verstehen, womit er im Alltag konfrontiert ist. Das Gleiche gilt für Mitarbeiter aus anderen Branchen, für Positionen in den Bereichen Personalwesen, IT, Operations, Recht, Revision oder Compliance sowie für externe Berater, die mit Banken zusammenarbeiten. Das Zertifikat vermittelt ihnen die Fachsprache, die Orientierungspunkte und die grundlegenden Mechanismen. Es verhindert, dass sie nur an der Oberfläche des Berufs bleiben oder sich auf den Fachjargon beschränken.
Was bringt es jemandem, der bereits bei einer Bank arbeitet, aber keine bankfachliche Grundausbildung hat, die Abläufe einer Privatbank oder einer Privatkundenbank zu verstehen?
Zunächst einmal verleiht es Sinn. Viele Mitarbeiter tragen zum reibungslosen Ablauf in einer Bank bei, ohne immer zu erkennen, wie ihre Arbeit mit der Kundenbeziehung, dem Risiko, dem Produkt, der Finanzierung oder der Investition zusammenhängt. Das Verständnis der banktechnischen Abläufe hilft dabei, besser mit den Fachbereichen zu kommunizieren, die richtigen Fragen zu stellen und den eigenen Beitrag besser einzuordnen. In einer Bank arbeitet man selten allein. Je solider die gemeinsame Sprache ist, desto effektiver ist die Zusammenarbeit.
Bestimmte Abteilungen stehen nicht in direktem Kundenkontakt, arbeiten jedoch mit den Bankgeschäftsbereichen zusammen: Personalwesen, IT, Operations, Risikomanagement, Rechtsabteilung, Revision, Beratung. Warum ist es für sie von Interesse, die Fachbegriffe, die Logik und die Rahmenbedingungen des Bankgeschäfts zu verstehen?
Denn man kann eine Bank nicht richtig betreuen, wenn man nicht versteht, worin ihr Kerngeschäft besteht. Ein IT-, Personal- oder Rechtsspezialist oder ein externer Berater mag in seinem Fachgebiet hervorragend sein, muss aber auch die für Banken spezifischen Zusammenhänge verstehen: Kundenbeziehungen, Vertraulichkeit, Risiken, Vorschriften, Marktfristen, Dokumentation und Compliance. Dieses Verständnis verändert die Qualität des Austauschs. Es sorgt für reibungslosere Projekte, Entscheidungen, die besser auf die operative Realität abgestimmt sind, und Empfehlungen, die für die Fachbereiche nützlicher sind.
Das ISFB-Zertifikat „Verwaltungsassistent/in“ vertieft die Spezialisierung auf diese Rolle: Transaktionsabwicklung, Organisation, Zeitmanagement, Kundenbeziehungen und professionelles Auftreten. Was zeichnet heute eine/n gute/n Verwaltungsassistent/in in einem Private-Banking-Team aus?
Das Zertifikat „Verwaltungsassistent/in“ baut auf denselben Grundlagen wie das Zertifikat „Private Banking“ auf und umfasst zunächst einen gemeinsamen ersten Teil, gefolgt von funktionsspezifischen Modulen. Dies ist wichtig, da die Rolle einer Verwaltungsassistent/in nicht nur administrativer Natur ist. Es handelt sich um eine Funktion, die Koordination, Wachsamkeit und Kundenkontakt umfasst. Eine gute Assistentin bzw. ein guter Assistent versteht die Produkte, verfolgt die Geschäftsabläufe, kennt die regulatorischen Anforderungen, verwaltet die Prioritäten des Relationship Managers und sorgt für eine hohe Qualität der Kundenbeziehungen. Fachliche Kompetenzen sind wichtig, doch Zeitmanagement, Kommunikation, die Fähigkeit, Spannungen vorzubeugen, und ein professionelles Auftreten machen im Alltag oft den Unterschied aus.
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