ISFB Insight
Interview mit Laetitia Staehli: Wie das ISFB-Zertifikat „Family Officer“ die Entwicklung des Berufsfeldes begleitet
7. April 2026
Laetitia Staehli, die sich beruflich der Beratung von Familien in Vermögens- und Erbschaftsfragen widmet, hat das ISFB-Zertifikat „Family Officer“ absolviert, um sich ein umfassenderes und strukturierteres Verständnis ihres Berufsfeldes anzueignen. Sie berichtet über die wichtigsten Erkenntnisse dieser Ausbildung und den Mehrwert, den diese heute für ihre berufliche Praxis darstellt.
Wie beurteilen Sie im Nachhinein Ihre Erfahrungen mit dem ISFB-Zertifikat „Family Officer“?
Eine sehr positive Bilanz. Diese Fortbildung hat als echter Impulsgeber gewirkt und mir eine ganzheitliche und anspruchsvolle Sichtweise auf die Rolle des Family Officers vermittelt. Dank eines strukturierten 360-Grad-Ansatzes, der familiäre und vermögensrechtliche Aspekte schlüssig miteinander verknüpft, konnte ich meine Fachkompetenz in der Begleitung von Familien weiter ausbauen.
Besonders geschätzt habe ich die Kompetenz der Referenten, die sich an der Praxis orientiert, sowie den regen Austausch zwischen den Teilnehmern aus unterschiedlichen beruflichen Bereichen. Eine anregende Erfahrung, die eindeutig zur Weiterentwicklung der Kompetenzen im Beruf des Family Officers beiträgt.
Welche wichtigsten Erkenntnisse nehmen Sie heute für Ihre berufliche Praxis mit?
Die wichtigste Erkenntnis, die ich daraus ziehe, ist die Bedeutung eines konsequent ganzheitlichen, interdisziplinären und familienorientierten Ansatzes. Dieses Programm hat eine grundlegende Überzeugung bestärkt: Hinter jedem Vermögen steht in erster Linie eine Familie mit ihren eigenen Werten, Zielen und Dynamiken. Das bedeutet, dass man zunächst der Familie zuhören und ihre menschlichen Dimensionen verstehen muss, bevor man sich dann den finanziellen, rechtlichen und steuerlichen Aspekten zuwendet – und zwar mit größerer Kohärenz, indem man sie in eine Gesamtvision einbettet. Diese differenzierte Betrachtung der familiären Dynamiken, die hinter vermögensrechtlichen Entscheidungen stehen, ist unerlässlich, um den Fortbestand des Vermögens zu sichern und dessen generationsübergreifende Übertragung erfolgreich zu gestalten.
Das Programm dreht sich um einen roten Faden: Familie, Unternehmensführung, Investitionen. Inwiefern war diese Betrachtung familiärer und vermögensrechtlicher Sachverhalte für Sie hilfreich?
Dieser besonders aussagekräftige Leitfaden bietet einen umfassenden und schlüssigen Überblick über die Rolle des Family Officers.
Sie ermöglicht es, Investitionen in einen breiteren Kontext zu stellen – sowohl familiär als auch strategisch – und die zentrale Rolle der Unternehmensführung für den Fortbestand und die Weitergabe des Vermögens zu verstehen.
Konkret hat mir dies ermöglicht, meinen Ansatz bei der langfristigen Begleitung von Familien noch besser zu strukturieren, indem ich die Aspekte des Dialogs und des generationsübergreifenden Zusammenhalts voll und ganz einbezogen habe.
Sie haben außerdem das CFWA – Certificate in Family Wealth Advising des Family Firm Institute absolviert. Inwiefern ergänzen sich diese beiden Ausbildungen Ihrer Meinung nach?
Der CFWA-Studiengang hat mir einen soliden konzeptionellen und internationalen Rahmen geboten, der durch die Beiträge von Vordenkern bereichert wurde und es mir ermöglicht hat, mein Verständnis für die menschlichen und strukturellen Dynamiken in Mehrgenerationen-Familien zu vertiefen. Das ISFB-Zertifikat zeichnet sich hingegen durch seinen sehr praxisorientierten Ansatz aus, der direkt in der Praxis verankert ist. Zusammen haben mir diese beiden Ausbildungen einen umfassenden Einblick in den Beruf des Family Officers vermittelt, der sowohl strategisch als auch konkret ist.
Sie haben mich in meiner Überzeugung bestärkt, dass die Familienvermögensberatung auf einem wahrhaft ganzheitlichen und interdisziplinären Ansatz beruht, der verschiedene Fachgebiete miteinander verbindet.
Angesichts der Tatsache, dass sich die Vermögensverwaltung in Richtung eines ganzheitlichen Ansatzes entwickelt und der Family-Office-Bereich bestrebt ist, seine Standards zu strukturieren, wie fügt sich das ISFB-Zertifikat „Family Officer“ Ihrer Meinung nach in diese Entwicklung ein?
Die Vermögensverwaltung entwickelt sich eindeutig hin zu einem ganzheitlichen Vermögensansatz, der nicht nur das Finanzkapital, sondern auch das Humankapital einbezieht. Vor diesem Hintergrund ist der Bereich Family Office bestrebt, seine Berufs- und Ausbildungsstandards zu strukturieren, um den steigenden Anforderungen des Berufsstandes gerecht zu werden.
Das ISFB-Zertifikat „Family Officer“ fügt sich nahtlos in diese Entwicklung ein und bietet eine fundierte, interdisziplinäre und konsequent praxisorientierte Ausbildung. In dieser Hinsicht etabliert sich das Programm zunehmend als Maßstab in diesem Bereich.
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