Berufe im Finanzwesen: Wie wird es im Jahr 2035 aussehen?

4. September 2026

Artikel verfasst von Salima Barragan

Was der Zukunftstag der ISFB offenbart. Erster Teil einer dreiteiligen Serie.

Nachdenken, um die Zukunft besser antizipieren zu können: Das ist die eigentliche Bedeutung des Begriffs „Prospektive“, der sich vom lateinischen Wort „prospicere“ ableitet. Eine Übung, die das ISFB-Observatorium anlässlich dieser ersten Veranstaltung zur Zukunft der Berufe im Bank- und Finanzwesen auf das Jahr 2035 projiziert hat.

Zu diesem Anlass tauschten neunzehn Experten mit bewusst unterschiedlichen Hintergründen, darunter Akteure aus der Westschweizer Finanzwelt, ihre Sichtweisen aus. Ökonomen, Technologieexperten, Fachleute aus den Bereichen Personalwesen und Kundenbeziehungen, Psychologen sowie Vertreter der Wissenschaft brachten erste, teilweise divergierende, aber stets leidenschaftliche Denkanstöße ein.

Auch wenn es schwierig ist, sich auf das Unvorhersehbare vorzubereiten, werden diese Experten in den nächsten Phasen dieser Arbeit versuchen, eine Frage zu beantworten, die sich bereits heute sowohl für junge Berufstätige als auch für die Älteren mit gleicher Dringlichkeit stellt: Welche Kompetenzen muss man in einer Arbeitswelt, die durch technologische und regulatorische Veränderungen auf den Kopf gestellt wird, beherrschen, um im Jahr 2035 seinen Weg zu finden?

Die 4 Faktoren, die die Berufe im Bankwesen verändern

Auf der Grundlage einer Methodik, die auf drei nach ihrer Wahrscheinlichkeit gewichteten Szenarien basiert, teilten sich diese interdisziplinären Experten in Arbeitsgruppen auf, von denen jede sich mit einem der vier vom ISFB-Observatorium für Bank- und Finanzkompetenzen identifizierten Schlüsselfaktoren des Wandels befasste.

Zunächst einmal die Technologie im Zeitalter der Digitalisierung und der künstlichen Intelligenz. Dann die Regulierung, die durch die ständige Weiterentwicklung der Finanzvorschriften in der Schweiz vorangetrieben wird. Und schließlich das Kundenverhalten in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt, der durch den Eintritt neuer Marktteilnehmer und den Wettbewerb mit ausländischen Finanzplätzen, aber auch durch den demografischen Wandel und den Generationswechsel geprägt ist. Und schliesslich die ESG-Trends, die in den letzten Jahren aufgekommen sind und mittlerweile fester Bestandteil der Finanzlandschaft sind.

Diese Methodik, die in Beratungsunternehmen unter dem Begriff „Foresight“ bekannt ist, bietet einen strukturierten Denkrahmen, um eine ungewisse Zukunft zu antizipieren. „Dieser erste Tag ist nur der Ausgangspunkt eines neuartigen Prozesses kollektiver Intelligenz, der darauf abzielt, über die Zukunft nachzudenken“, erklärt Dr. Mathias Baitan, Generaldirektor des ISFB.

Im zweiten Teil dieser Reihe wird die Entwicklung von drei Zukunftsszenarien vorgestellt, die nicht dazu dienen, Vorhersagen zu treffen, sondern den Dialog und das Handeln im Hinblick auf die Anpassung von Kompetenzen an die Welt von morgen anzuregen. Der dritte Teil befasst sich hingegen mit der regelmäßigen Einbeziehung von „schwachen Signalen“, die dazu beitragen können, diese möglichen Zukunftsszenarien dynamisch zu verändern.

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ISFB-Beobachtungsstelle für Bank- und Finanzkompetenzen

Zukunftstag am 1. September 2026.

Auf dem Foto: Fabien Giuliani, Dozent am ISFB. Bildnachweis: Marie Gala de Tena

Dieser erste Tag ist nur der Ausgangspunkt eines beispiellosen Prozesses kollektiver Intelligenz, der darauf abzielt, die Zukunft zu gestalten.

Mathias Baitan, Geschäftsführer der ISFB

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04.09.2026, 14:49:48 Uhr +02:00