Risiken managen, ohne CRO zu werden

18. Februar 2026

Letztendlich verantwortlich sind die Verwaltungsräte kleiner Finanzinstitute, die Risiken mit ausreichendem Verständnis abwägen müssen, um Entscheidungen zu treffen und Kontrollen durchzuführen.

In einem der FINMA unterstellten Institut liegen die Risikosteuerung und die Risikokultur letztlich in der Verantwortung des Verwaltungsrats. Diese Verantwortung hat sich insbesondere in Bezug auf die Risikobereitschaft, die Bekämpfung der Geldwäscherei und andere damit verbundene Themen wie Resilienz verstärkt. Die Verwaltungsratsmitglieder sind daher aufgefordert, sich zu Themen zu äußern, deren technischer Charakter und gegenseitige Abhängigkeit zunehmen.

Muss man jedoch von jedem Mitglied des Verwaltungsrats erwarten, dass es über die gleichen Kenntnisse wie ein Chief Risk Officer (CRO) verfügt? Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Antwort differenziert. Der Verwaltungsrat muss über eine globale und strategische Vision verfügen: Er muss die richtigen Fragen stellen, die Zuverlässigkeit der Berichte beurteilen und pragmatisch die Relevanz der Risikominderungsmaßnahmen bewerten. Es ist jedoch derzeit nicht erforderlich, von allen Mitgliedern so spezialisierte Kompetenzen wie von einem CRO zu verlangen.

Es muss jedoch anerkannt werden, dass die Entwicklung des Umfelds die Aufgabe nicht einfacher macht. Geopolitische Risiken, Konflikte, Sanktionen, Steuern und andere makroökonomische Faktoren haben indirekte, aber sehr reale Auswirkungen auf die Wirtschaft. Gleichzeitig machen die zunehmende Abhängigkeit von bestimmten Lieferanten die Banken anfälliger. Ganz zu schweigen von den Fortschritten (...)

Jean-Philippe Bernard
Programmdirektor ISFB

„Die Präsenz einer spezifischen Risikokompetenz innerhalb des Verwaltungsrats ist ein Pluspunkt. Sie ist jedoch nicht systematisch gegeben, insbesondere bei kleineren Banken.“

12.03.2026, 18:37:27 Uhr