Die ISFB-Interviews

Auf dem Weg zu einem kontinuierlichen Streben nach Kohärenz und Kongruenz

Fabien Smadja, Sie sind in verschiedenen Funktionen für das ISFB tätig, unter anderem als Berater für Kompetenzbilanzen. Können Sie uns den Ablauf dieser Bilanzierung erläutern?

Die Bilanz ist ein dreifacher Spiegel, den wir jedem Kandidaten vorhalten.

Der erste Teil dieses Prozesses ist ein Test seiner Fachkenntnisse. Der Kandidat wird zu den Fachkenntnissen befragt, die er für die Ausübung seines Berufs am Finanzplatz Schweiz beherrschen muss. Diese Konfrontation ist zwar manchmal schwierig, macht ihm jedoch bewusst, welche konkreten Massnahmen für ihn von Vorteil sein können, um auf dem Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Wir sind die Einzigen, die diesen von Bank- und Finanzspezialisten entwickelten Fachwissens-Test anbieten.

Der zweite Schritt ist ein Fragebogen zum Verhalten, dessen Algorithmus die Haltung des Bewerbers in verschiedenen beruflichen Situationen ermittelt.

Der dritte Schritt ist ein ausführliches Gespräch mit einem Bankexperten unter Berücksichtigung der Ergebnisse dieser beiden Tests. Ziel dieses Gesprächs ist es, jedem Begünstigten dabei zu helfen, sich auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren, aber auch einen Plan mit den besten Maßnahmen zu erstellen, um die Arbeitssuche zu optimieren (Weiterbildung, persönliches Vorgehen, Netzwerk usw.).

Sie waren lange Zeit als Personalchef im Bankwesen tätig. Welchen Rat geben Sie den Begünstigten der Bilanzen der letzten Phase im Allgemeinen?

Meine Empfehlungen basieren auf mehreren Gesichtspunkten, natürlich auch aus der Sicht eines ehemaligen Personalchefs, wobei ich darauf hinweise, was in einem Vorstellungsgespräch hervorgehoben werden sollte und was für Personalvermittler im Bankwesen interessant ist oder nicht. Das reicht von kleinsten Details (wie„Machen Sie sich Notizen“) bis hin zu einem eher allgemeinen Ansatz (wie„Bereiten Sie sich vor dem Vorstellungsgespräch vor und informieren Sie sich über Ihre Gesprächspartner“).

Der zweite Blickwinkel ist der des Experten, der offen und wohlwollend eine Nachbesprechung durchführt. Wir identifizieren und formalisieren Ansätze zur Verbesserung der Kompetenzen der Kandidaten. Zunächst auf technischer Ebene, dann in Bezug auf Verhaltensweisen in verschiedenen beruflichen Kontexten, die besondere Aufmerksamkeit erfordern.

Der letzte Aspekt ist der gesunde Menschenverstand und die gemeinsame Erfahrung. Manchmal rufe ich während des Vorstellungsgesprächs einen meiner Bekannten aus der Branche an, um ihm einen Kandidaten vorzuschlagen oder eine Frage zu stellen.

Sie sind außerdem Dozent am ISFB im Rahmen des Zertifikatsprogramms „Bankmanagement und Anpassungsfähigkeit“, insbesondere im Modul „Führung“. Was unterrichten Sie dort und wie?

Lehren heißt lernen. Bei meiner Teilnahme am Zertifikatskurs geht es mir vor allem darum, meine Erfahrungen im Bereich Führung an die Teilnehmer weiterzugeben. Ich möchte mich mit ihnen austauschen und mit ihnen „live” diskutieren. Meine Aufgabe ist es, sie zum Handeln anzuregen, indem ich sie zum Nachdenken anrege. Ich möchte so wenig Zeit wie möglich mit Theorie verbringen. Aus diesem Grund schreibe ich Bücher, um die Führungstheorie auf Papier zu übertragen und den Unterricht Diskussionen über berufliche Praktiken zu widmen.

Meine Spezialität ist die Angleichung zwischen dem, was wir verkünden, und dem, was wir in der Führung leben. Das ständige Streben nach Kohärenz und Kongruenz. Dank unserer Diskussionen und Fallbeispiele aus der Praxis können die Teilnehmer ihre Vorgehensweisen in Bezug auf Bewertung, Führungshaltung, Entwicklung der kollektiven Motivation, Delegation, Managemententscheidungen oder die Kunst, einen Mitarbeiter wieder auf den richtigen Weg zu bringen, verändern. Das „Wie” ist dabei wichtig. Der interaktive Unterrichtsstil ist für mich der Schlüssel zum Erfolg. Distanzierung und Humor sind Bestandteile dieser Pädagogik. Man lernt nur gut, wenn der Geist entspannt ist.

Fabien Smadja

Dozent am ISFB und Berater für Kompetenzbilanzen am ISFB

„Meine Spezialität ist es, das, was wir verkünden, mit dem in Einklang zu bringen, was wir in der Führung leben.“

Strategischer Tätigkeitsbereich 1

Weiterbildung

Das Institut hat sich zum Ziel gesetzt, die kollektiven und individuellen Kompetenzen des Bankensektors in der Romandie zu maximieren. Es bildet Spezialisten sowohl in technischen Bereichen als auch in Bezug auf ihre Management- und Interaktionskompetenzen aus.

Das Ausbildungsprogramm umfasst verschiedene Ausbildungsgänge in den Bereichen Wealth Management, Asset Management, Retail & Corporate Banking, Support & Back-Office, Recht, Risiko & Compliance sowie Management.

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