ISFB Insight
Family Office: ein ganzheitlicher Ansatz für die Familienvermögensberatung
17. Februar 2026
Anlässlich der dritten aufeinanderfolgenden Sitzung des ISFB Family Officer-Zertifikats, die im kommenden Mai beginnt, stellt Pierre Ricq, Direktor des Programms, die Leitlinien dieser Ausbildung vor. Das Zertifikat ist als ganzheitlicher Lehrgang konzipiert und entspricht den zukünftigen Standards der Vermögensberatung. Das Programm entspricht voll und ganz dem andragogischen Ansatz, der die Daseinsberechtigung des ISFB ausmacht, und vereint führende Dozenten, die in den Mitgliedsinstitutionen oder deren Umfeld tätig sind. Überblick über den Inhalt des Programms.
Künstliche Intelligenz setzt sich zunehmend in der Vermögensverwaltung durch und wirft viele Fragen auf. Sie optimiert die Analyse, beschleunigt die Informationsverarbeitung und stärkt die technischen Fähigkeiten. Sie ersetzt jedoch weder das feine Verständnis für familiäre Dynamiken noch das Vertrauensverhältnis oder die menschlichen Dimensionen, die jeder langfristigen Strategie zugrunde liegen. Für Family Officers, Privatbankiers und andere Vermögensverwalter besteht die Aufgabe nun darin, Vermögenssituationen ganzheitlich zu betrachten und vielfältige Fachkenntnisse im Dienste eines kohärenten Rahmens zu koordinieren.
Genau diese Entwicklung möchte das ISFB-Zertifikat „Family Officer” begleiten. Unter der Leitung von Pierre Ricq wurde die Ausbildung so konzipiert, dass sie die besten Praktiken aus der Praxis widerspiegelt und eine strukturierte Entwicklung der Vermögensberatung unterstützt. Sie basiert auf einem integrierten Ansatz, bei dem das Verständnis der menschlichen Dynamik der Vermögensplanung vorausgeht und die Grundlage jeder nachhaltigen Strategie bildet.
Die Familie verstehen, bevor man sein Vermögen strukturiert
Jede nachhaltige Vermögensstrategie beginnt mit einem tiefgreifenden Verständnis der familiären DNA: Geschichte, Werte, Entscheidungsprozesse und langfristige Vision. Das Programm beginnt daher mit den Modulen „Family DNA“, „NextGen“ und „Family Governance“, die die Grundlage für eine abgestimmte und kohärente Begleitung bilden.
Monica Espinosa, Dozentin an der ISFB und Head of Family Office Solutions bei der Union Bancaire Privée (UBP), unterstreicht diesen grundlegenden Schritt: «Die familiäre DNA ist der Bezugsrahmen, auf dem die Familienführung, die generationsübergreifende Weitergabe und die strategischen Entscheidungen des Family Office basieren.» Die Herausforderungen für die neuen Generationen und die Familienführung werden mit Honora Ducatillon und Pauline Lemaire (Pictet) vertieft. Das Modul Wealth Planning unter der Leitung von Claire Walle (Rothschild & Co) ermöglicht es anschließend, diese menschlichen Dimensionen mit einer strengen Vermögensstrukturierung zu verbinden und so die Absichten der Familie in konkrete Massnahmen umzusetzen.
Entscheidungen über Investitionen in einen Rahmen einbetten
Die Vermögensverwaltung ist ein natürlicher Bestandteil dieses ganzheitlichen Ansatzes. Das Programm räumtder Asset Governance einen zentralen Stellenwert ein und legt den Schwerpunkt auf die Festlegung klarer, angemessener und evolutiver Rahmenbedingungen.
Charles-Henry Monchau, CIO der SYZ Group und Dozent an der ISFB, betont, dass „ein strukturierter Plan unerlässlich ist, um Zyklen zu überstehen, emotionale Entscheidungen zu vermeiden und mit den Zielen der Familie im Einklang zu bleiben“. Auf dieser Grundlage erweitern Finanzmodule das Wissen der Teilnehmer: Nachhaltige Investitionen mit Nicolas Barben (UBP), Hedgefonds mit Sherban Tautu (Ten Edges), Private Markets mit Aurélie Maillard (Indosuez), Immobilien mit Yves Cachemaille (CBRE) oder Credit Solutions mit Yannis Eggert (Piguet Galland).
Den Überblick behalten und Risiken beherrschen
Da Vermögen immer komplexer werden, ist es entscheidend, einen konsolidierten Überblick zu behalten. Rechtliche, regulatorische, technologische und operative Aspekte werden mit einem klaren Ziel behandelt: eine effiziente Überwachung und fundierte Entscheidungsfindung zu ermöglichen. Die rechtlichen und regulatorischen Aspekte werden von Aline Fournier (Geneva Compliance Group) behandelt. Das Thema Global Reporting wird von Ludovic Regard (Lombard Odier) vorgestellt, während Frédéric Dommart (Bonhôte & Cie) auf die Herausforderungen der Cybersicherheit eingeht. Das Thema der Überwachung von Dienstleistern wird von Nicholas Hochstadter (Performance Watcher) behandelt. Ludovic Regard fasst diesen Ansatz wie folgt zusammen: „Ohne einen umfassenden und zuverlässigen Überblick über das Vermögen wird Komplexität zu einem Risiko. Der Family Officer spielt eine Schlüsselrolle bei der Koordination und Überwachung.“
Verwandte Dimensionen integrieren
Das Vermögen beschränkt sich jedoch nicht nur auf Finanzanlagen. Philanthropische und kulturelle Aspekte nehmen in Familienstrategien einen immer größeren Stellenwert ein. Das Modul „Philanthropy” unter der Leitung von Étienne Eichenberger (Wize Philanthropy Advisors) befasst sich daher mit Philanthropie als Mittel zur Stärkung des Familienzusammenhalts. Als neue Komponente dieser Sitzung befasst sich das Modul „Art Advisory” unter der Leitung von Amélie Sarrado (Christie’s) mit den Herausforderungen im Zusammenhang mit Kunstsammlungen und deren Integration in eine globale Vermögensvision. Schließlich wird auchdie Rolle des Private Office von Nicole Curti (Capital Y) als wichtige Struktur zur Unterstützung von Familien bei der Umsetzung ihrer langfristigen Projekte beleuchtet.
Eine umfassende Ausbildung für die Familien von morgen
Das Programm geht über die reine Wissensvermittlung hinaus. Es zielt darauf ab, eine globale Analysefähigkeit zu entwickeln. Das ISFB Family Officer-Zertifikat, dessen Plätze bewusst begrenzt sind, bietet den Teilnehmern einen auf Best Practices basierenden Ansatz, der in den Realitäten verankert ist, mit denen Familien und ihre Berater konfrontiert sind.
In einem instabilen und unvorhersehbaren Umfeld suchen Familien nach Orientierungspunkten, einer Methodik und einer Disziplin, die ihren Bedürfnissen entspricht.


