Wenn es um Investitionen geht, kann Information Wissen nicht ersetzen

26. März 2026

Anlageexperten mussten sich in den letzten Jahren an die unaufhörliche Flut von Finanzinformationen anpassen. Diese Entwicklung wirkt sich sowohl auf die Art und Weise aus, wie Informationen für Anlageentscheidungen gesammelt werden, als auch auf die eher geschäftlichen Aspekte unserer Tätigkeit, insbesondere im Umgang mit Kunden, die mittlerweile selbst mit Informationen überflutet sind.

Das Aufkommen der Smartphones und die rasante Entwicklung des gesamten Ökosystems des mobilen Internets haben die Finanzbranche in den letzten zwanzig Jahren grundlegend verändert. Der Zugang zu Finanzinformationen hat sich demokratisiert, und die Instrumente zum Geldanlegen sind für jedermann zugänglich geworden.

Abgesehen von dieser Entwicklung sind Kompetenzen im Portfoliomanagement nach wie vor gefragt. Mehr noch: Sie scheinen heute wichtiger zu sein als früher, um den Finanzmärkten gerecht zu werden, die mittlerweile stark vom ständigen Strom an Informationen und Meinungen beeinflusst werden.

Der ständige Strom an Informationen und Meinungen erfordert fundiertes Fachwissen

Allerdings scheinen Investitionen und der Aufbau eines Portfolios heutzutage für jedermann in Reichweite zu sein. Reicht es nicht aus, sich über Fachmedien und soziale Netzwerke auf dem Laufenden zu halten, um bei allen guten Börsengeschäften dabei zu sein? Vielleicht müssten wir uns gar nicht mehr mit dem Erlernen der großen wirtschaftlichen Mechanismen oder gar der Grundprinzipien der Finanzanalyse herumschlagen, um zu entscheiden, in welches Unternehmen wir investieren sollen. Es würde genügen, sich auf die guten Ratschläge zu verlassen, die von „Fachleuten“ der Branche online geteilt werden.

Genau darin liegt für Anleger das Problem unserer Zeit. Die „Börse“, wie sie von vielen genannt wird, ist keineswegs einfacher zu verstehen oder zu meistern als noch vor zwanzig Jahren. Die Flut an Finanzinformationen kann bei Anfängern leicht diesen falschen Eindruck erwecken.

Die Beherrschung der Grundlagen ist eine unverzichtbare Voraussetzung für die Unternehmensführung und die Beratung

Die Beherrschung der Grundlagen ist eine unabdingbare Voraussetzung, wenn es darum geht, das eigene Geld oder das Geld seiner Kunden gewinnbringend anzulegen – auch wenn es kurzfristig durchaus möglich ist, Geld zu verdienen, indem man sich informiert, ohne die zugrunde liegenden Mechanismen einer Anlage wirklich zu verstehen.

Ein Großteil der laufend verfügbaren Finanzinformationen befasst sich mit aktuellen Themen: Kryptowährungen, Gold und Silber, künstliche Intelligenz … Diese „Tipps“ gelten oft nur für den jeweiligen Moment und gehen in der Regel nicht darauf ein, wie man ein diversifiziertes Portfolio aufbaut, das verschiedenen Marktbedingungen standhält.

Wir sollten Spekulation nicht mit Investition verwechseln, denn der Zeithorizont ist hier ganz anders, ebenso wie der Anteil an Zufälligkeit. Es ist wichtig, sich nicht zu täuschen, was die Anforderungen und die technischen Kompetenzen betrifft, die die Portfolioverwaltung im Jahr 2026 erfordert. Darüber hinaus ist es von entscheidender Bedeutung, vermögenden Kunden nicht den Eindruck zu vermitteln, dass die Verwaltung eines diversifizierten Portfolios im Laufe der Zeit lediglich eine gute Information erfordert.

Die jüngste Vergangenheit verdeutlicht eindrucksvoll die Bedeutung der großen Marktmechanismen. Zinssätze, das Verhalten der Zentralbanken oder auch geopolitische Faktoren sind allesamt Faktoren, die die Börsenentwicklung der letzten Jahre erklären.

In einem anderen Zusammenhang erfordern die massiven Investitionen der Technologiegiganten in künstliche Intelligenz gewisse Grundkenntnisse im Lesen von Bilanzen oder in der Bonitätsanalyse, bevor man Aktien oder Unternehmensanleihen aus dem Technologiesektor kauft.

In einer Zeit, in der Informationen rasend schnell verbreitet werden, ist es unerlässlich, das Unwesentliche von dem zu unterscheiden, was wirklich zählt

All diese Aspekte erfordern Kenntnisse, die über das reine Informiertsein und das Verfolgen der aktuellen Nachrichten hinausgehen. Informationen – so umfassend, präzise und zugänglich sie auch sein mögen – ersetzen daher weder die Grundlagen der Portfolioverwaltung noch die Anlagestrategie.

So wie ein guter Pianist in der Regel über fundierte Kenntnisse der Musiktheorie verfügt, ist die Ausbildung im Bereich des Portfoliomanagements mehr denn je der Schlüssel zu den langfristigen Anlageerfolgen von Finanzfachleuten.

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Julien Serbit

Dozent ISFB

„Die Beherrschung der Grundlagen ist eine unabdingbare Voraussetzung, wenn es darum geht, das eigene Geld oder das Geld der Kunden gewinnbringend anzulegen.“

26.03.2026, 10:47:06 Uhr