ISFB Insight
Weiterbildung: ein konkreter Hebel für die Beschäftigungsfähigkeit
18. März 2026
In einer sich rasch wandelnden Arbeitswelt ist Weiterbildung nicht mehr nur ein einfacher Vorteil. Sie wird zu einem zentralen Hebel für die Beschäftigungsfähigkeit. Durch Weiterbildung kann man natürlich sein Wissen auf den neuesten Stand bringen. Doch ihre Rolle geht noch weiter. Weiterbildung trägt dazu bei, berufliche Laufbahnen abzusichern, Karriereentwicklungen zu begleiten und die Anpassungsfähigkeit an Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt zu stärken. Mit anderen Worten: Sie dient nicht nur dazu, mehr zu lernen. Sie hilft dabei, in seinem Beruf langfristig relevant zu bleiben.
Ein spürbarer Einfluss auf die berufliche Laufbahn
Die in der Schweiz verfügbaren Daten bestätigen, dass Weiterbildung konkrete Auswirkungen hat. Die vom Schweizerischen Verband für Weiterbildung (SVEB) veröffentlichten Studien zeigen, dass sie sich sowohl positiv auf das Einkommen als auch auf die Verringerung des Arbeitslosigkeitsrisikos auswirken kann. Diese Erkenntnisse sind wichtig, denn sie machen deutlich, dass die Beschäftigungsfähigkeit nicht allein von der Erstausbildung abhängt. Sie entwickelt sich auch langfristig durch die Fähigkeit, die eigenen Kompetenzen während des gesamten Berufslebens weiterzuentwickeln.
In einem Umfeld, in dem sich die Berufe rasch weiterentwickeln, führt ein Verzicht auf Weiterbildung oft dazu, dass sich eine Kluft zwischen den Anforderungen in der Praxis und den eigenen beruflichen Fähigkeiten auftut.
Für Arbeitnehmer wird Weiterbildung zu einer Notwendigkeit
Für Fachkräfte stellt sich nicht mehr nur die Frage, ob Weiterbildung sinnvoll ist, sondern wann und zu welchen Themen. In vielen Branchen, insbesondere im Bank- und Finanzwesen, ändern sich die Erwartungen. Arbeitgeber suchen nach wie vor nach fundierten Fachkenntnissen, erwarten aber auch die Fähigkeit, sich anzupassen, schnell zu lernen, sich in komplexeren Umgebungen zurechtzufinden und neue Aspekte zu integrieren, seien sie digitaler, regulatorischer oder zwischenmenschlicher Natur.
Weiterbildung ermöglicht genau das: das eigene Niveau zu halten, den Kompetenzbereich zu erweitern, sich auf neue Aufgaben vorzubereiten oder den eigenen Marktwert zu steigern. Sich weiterzubilden bedeutet also, in die eigene berufliche Laufbahn zu investieren.
Für Arbeitgeber ist die Anerkennung einer Ausbildung eine Investition
Aus Sicht der Unternehmen sollte Weiterbildung nicht länger als Nebenaufwand betrachtet werden. Eine Fortbildung zu genehmigen, die Kompetenzentwicklung zu fördern oder eine Qualifizierungsmaßnahme zu unterstützen, bedeutet, in die Robustheit der Organisation zu investieren. Es bedeutet auch, den Teams die Mittel an die Hand zu geben, um auf Veränderungen im Berufsfeld zu reagieren, Umbrüche besser zu bewältigen und langfristig leistungsfähig zu bleiben.
Die Schweizer Unternehmen selbst erkennen diese Tatsache weitgehend an. Viele betrachten die Weiterbildung als einen Erfolgsfaktor. In der Praxis werden die Weiterbildungsbedürfnisse jedoch nicht immer ausreichend gedeckt, sei es aus Zeitmangel, aufgrund fehlender Mittel oder manchmal auch wegen einer zu unklaren Vorstellung davon, welche Kompetenzen gestärkt werden sollen.
Hier geht es um eine entscheidende Frage: Es reicht nicht aus, nur zu betonen, dass Kompetenzen wichtig sind. Es müssen auch die Voraussetzungen geschaffen werden, unter denen sie sich entfalten können.
Im Bankwesen ändern sich die Anforderungen schnell
Der Bankensektor veranschaulicht diese Dynamik besonders gut.
Die Branchen sehen sich dort mit vielfältigen Veränderungen konfrontiert: Digitalisierung, sich wandelnde Kundenerwartungen, verschärfte regulatorische Anforderungen sowie die zunehmende Bedeutung von Themen wie Daten, Compliance, Risikomanagement und künstliche Intelligenz.
In diesem Zusammenhang beruht die Beschäftigungsfähigkeit nicht mehr allein auf der Beherrschung eines unveränderlichen Fachwissens. Sie hängt zunehmend von einer Kombination verschiedener Kompetenzen ab: Fachkompetenz, Verständnis für die eingesetzten Werkzeuge, Analysefähigkeit, zwischenmenschliche Kompetenz, Flexibilität und kontinuierliches Lernen. Die jüngsten Veröffentlichungen des ISFB zu Karrieren, branchenrelevanten Kompetenzen und dem digitalen Wandel gehen in diese Richtung: Die Berufe im Bankwesen verändern sich, und berufliche Laufbahnen müssen sich künftig auf eine Logik der kontinuierlichen Weiterentwicklung stützen.
Das ISFB-Observatorium: Die Entwicklung der Kompetenzen transparent machen
Genau um dieser Herausforderung zu begegnen, hat das ISFB sein Observatorium für Bank- und Finanzkompetenzen ins Leben gerufen.
Dieses Observatorium, das am 3. März 2026 seinen Betrieb aufnimmt, hat die Aufgabe, den Wandel in den Berufen zu analysieren, neue Kompetenzen zu identifizieren und Entscheidungen in den Bereichen Personalwesen, Weiterbildung und Beschäftigungsfähigkeit im Bank- und Finanzsektor der Westschweiz zu unterstützen.
Der Nutzen liegt auf der Hand: Klarheit in einem sich wandelnden Umfeld zu schaffen. Angesichts der sich wandelnden Berufsbilder wird es immer wichtiger, Veränderungen objektiv zu betrachten, grundlegende Trends zu erkennen, die Bedürfnisse der Einrichtungen besser zu verstehen und sowohl Fachkräften als auch Arbeitgebern nützliche Anhaltspunkte zu bieten.
Gemeinsame Verantwortung
Das Thema Beschäftigungsfähigkeit betrifft nicht nur den Einzelnen. Es betrifft auch Arbeitgeber, Bildungseinrichtungen und, im weiteren Sinne, die Gesellschaft insgesamt.
Für Arbeitnehmer bietet Weiterbildung die Möglichkeit, ihre berufliche Laufbahn zu festigen und ihre berufliche Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen.
Für Arbeitgeber bedeutet die Förderung von Weiterbildung eine Investition in die Anpassungsfähigkeit ihrer Teams.
Für die Gesellschaft schließlich bedeutet die Anerkennung der Bedeutung von Einrichtungen wie dem ISFB-Observatorium, dass man einräumt, dass die Entwicklung der Kompetenzen nicht mehr dem Zufall überlassen werden darf. Sie muss auf strukturierte und gemeinschaftliche Weise verfolgt, analysiert und begleitet werden.
Weiterbildung ist nicht mehr nur ein Zusatz. Sie ist zu einem zentralen Hebel für Wettbewerbsfähigkeit, berufliche Mobilität und die Sicherung der beruflichen Laufbahn geworden. In diesem Zusammenhang geht die Rolle des ISFB über die reine Bereitstellung von Weiterbildungsangeboten hinaus. Durch die Schaffung eines Raums für Analyse, Beobachtung und Zukunftsforschung rund um die Kompetenzen für die Berufe im Bank- und Finanzwesen in der Westschweiz trägt das ISFB dazu bei, den Ton in einer Frage anzugeben, die für die Branche zunehmend an strategischer Bedeutung gewinnen wird.
